Sonntag zweiter Advent- Krippenkinder in der DDR

„Heranwachsende sind nahezu grenzenlos formbare Rezipienten einer geplanten und programmierten Erziehung, d.h. individualspezifische Voraussetzungen werden den Außenbedingungen, vertreten durch den Erzieher und seinen Anforderungen, untergeordnet ( Tabula rasa- Modell)

Aus Krippen Kinder in der DDR Agathe Israel/ Ingrid Kerze Rühling

Und sonst?:
Die Wochenheime und WochenKrippen der DDR finden allmählich Beachtung.

Hoch über den Dächern Spandaus. Zwei Kerzen brennen, starker Kaffee. Kirchenglocken mahnen energisch zum Gebet.

Ich lese.

Freitag mit Unterwegs

„Allerdings sind auch die Beziehungen zu anderen Menschen nicht gegeben- die Menschen selbst sind es, die sie schaffen, egal ob Liebe, Freundschaft oder Gemeinschaft.“

„Oh Simone“ Julia Korbik. ( Biografie Simone der Beauvoir)

Auf dem Weg zu Sina. Ein Treffen mit Wochenkindern – Austausch.

Auf dem Weg zu Saskia in den Hedonismus. Pack dir warme Sachen ein. Es hat geschneit.

Auf dem Weg in die neue Stadt für neue Menschen. An Werner Bräunigs Grab möchte ich.

Und sonst: Fahre für 15 Euro in die Hauptstadt – mit Panoramablick. Neben mir zwei Studentinnen aus der Mongolei die sich lebhaft mit einer etwa achtzigjährigen Chinesin unterhalten.

„Die Mongolei – die war früher auch kommunistisch!“, ruft sie laut durch den Bus. Energisch schwingt sie ihr schwarzes geflochtenes Haar in den Nacken. Ihre Augen funkeln vor Leben.

So alt werden.

Erinnern sie sich an diesen, der im Ulysses sich seine Bahn immer und ausschließlich nur an den Außenlaternen entlangbahnte?

Ich weiss nicht, was ihn an den Hamburger Hauptbahnhof verschlagen hat.

Sah ihn wieder

Montag mit revolutionärer Plätzchenbacksession und was Elisa buk

https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-11/marina-weisband-interviewpodcast-alles-gesagt

Mehl, Zucker, Butter, Ei. Küchenwaage, ich habe keine Küchenwaage. Nehme Tassen zum abmessen. Verrühren -Mist- auch kein Rührgerät. Knete mit den Händen. Ausrollen – Merde- dieses Ausrollding fehlt mir auch. Warum habe ich mir eigentlich kein Küchenequipment mitgenommen. Flasche geht auch. Ausstecher habe ich.

Ich singe Grandola, die Internationale, Sag bist du bereit, We shall overcome, Pionierlieder- Pioniere voran und Venian del desierto.

Backofen an.

10 Minuten später. Die Plätzchen haben ernst gemacht mit der Vereinigung für den Frieden. Sämtliche Elche, Sterne, Kerzen sind zu einem einheitlichen Teig verschmolzen.

Himmel, sage ich. Das kommt dabei heraus wenn man seinen eigenen Wert nicht kennt. Ihr solltet euch verbinden aber nicht ineinander aufgehen. Also einzeln und frei – wie ein Baum-brüderlich wie ein Wald.

Frustriert .

Im Status hatte Elisa dieses Bild gepostet.

Wir trafen ein Abkommen. Danke Elisa.

Und sonst? : Mit dem oben verlinkten Podcast mir das Adventsbasteln verschönert.

Fuck the system funktioniert nicht sagt die Gästin, weil es das Übel nicht an der Wurzel packt.

Danke Saskia für deinen Endlospodcasttipp. Was hältst du von einem Adventstreffen im Hedonismus der Heinrich – Heinestrasse?

Die WM in Katar legt die Abgründe offen.

We shall overcome.

Sonntag-Erster Advent mit Vereinbarkeit -Wochenheim Rückblick

Rückblick:

Wenn ich es benenne-so war Block 635 ein Zuhause. Dann schlug das fünfte Jahr zu.

Gemeinschaftliche Unterbringung in einem Wochenheim. Ein Staat erzieht die Kinder- ohnehin unbelasteter als ein Elternhaus gewöhnlicherweise vermag. So die Meinung führender Politiker.

Ich sehe mich-fünf Jahre alt-an der Fensterscheibe des Wochenheimes stehen. Ich sah auf den Block 635, der nun nicht mehr mein Zuhause war. Manchmal hoffte ich, meinen Vater die Straße entlang laufen zu sehen. Ich sah ihn nie. Mama war in Berlin-studieren. Von der Näherin zur Sozialpädagogin, das hatte ihr der Staat ermöglicht.

Heute morgen las ich Simone de Beauvoir im Interview mit Alice Schwarzer. Ihre radikalen Ansichten schockierten mich. Keine Familie-weil Joch. Wer so was schreibt, dachte ich, kann keine eigenen Kinder gehabt haben. Denn, für mich jedenfalls war es kein Joch. Es müsste nur anders gehen. Damals, als die Kinder noch klein waren, hätte ich mir gewünscht:

dass jemand mir beispielsweise einem Elternteil ermöglicht zu Hause zu bleiben. Drei Jahre. Bei Anna hatte ich ein ganzes Jahr. Bei den jüngeren Kindern, war ich gezwungen nach drei Monaten wieder mit arbeiten zu beginnen. Und ja, ich konnte nicht stillen weil es schlichtweg nicht möglich war. Ich stand morgens irgendwann vor sechs in der eisigen Kälte und dachte, dass es nicht richtig sein könne. Ich ging arbeiten um Kinder zu betreuen, zu fördern zu erziehen, zu bilden, während mein Kinder von einer Tagesmutter betreut wurden. Ein Jahr übernahm X, sonst teilten wir uns in den Tag. Klinke in die Hand. Aber er war ein wunderbarer Vater gewesen.

Geld war immer knapp. Geld war die Schlinge die sich um den Hals zog. Es gab keine Möglichkeit etwas schön herzurichten, weil der Kredit gerade mal für den Abtrag reichte. Vielleicht auch, weil wir damals anders gewichteten.

Musikinstrumente, Ballettunterricht, Reiten.

Und sonst? : Juna fragt mich, ob ich mit zum Thaiboxen komme. Ich hatte ihr unlängst erzählt, dass ich in einem Kellerraum einen Boxsack gefunden hatte und welchen Spaß das machte.

Weiß nicht Juna, zum Boxen gehört Bein Arbeit. Und ich kann nichts regelmässig machen wegen des Schichtdienstes.

Adventskaffeetrinken in einem wunderschönen Haus mit Bullaugen.

Der Urlaub neigt sich dem Ende. Eremitisch war er geprägt. Ich habe gelesen, gelesen, gelesen. Danke Julius für die wunderbaren Fahrten nach Flensburg und Hamburg und den Nachhilfeunterricht zur Weimarer Republik. Die kleine Wohnung in der kleinen Straße ist ein heller, lichter Ort. Und dennoch:….

t.

Freitag mit Sartre

Sartre’s große Frage Mitte der vierziger Jahre lautete: Wenn wir davon ausgehen, dass wir frei sind, wie können wir unsere Freiheit in einer so herausfordernden Zeit konstruktiv ausüben?

….forderte er seine Leser auf zu wählen, in was für einer Welt sie leben wollen, und sich dafür engagieren.

Von nun an, schrieb er, müssten wir uns stets vor Augen halten, dass wir über die Mittel zu unserer Selbstvernichtung, ja vielleicht zur Auslöschung des gesamten Lebens auf unserem Planeten verfügen. Wir selbst seien die Herren unseres Schicksals. Wenn wir weiterleben wollen, so Sartre müssen wir uns bewusst für das Weiterleben entscheiden. Das war Philosophie für eine menschliche Spezies, die sich selbst das Fürchten gelehrt hatte,….“

„Café der Existenzialisten“ von Sarah Bakewell

Donnerstag mit Grace O Malley

Immer noch im zwölften Kapitel (Ulysses- James Joyce)

werden am Stammtisch nun revolutionäre Reden geschwungen, durchaus polemisch.

Spannend wird es mit Grace O Malley: „irische Stammesführerin, die besonders als Kapitänin und Piratin berühmt wurde. Und in dem Ruf stand, alle Rebellionen der Provinz zu unterstützen. „