Mittwoch mit englischer und deutscher Sprache und Giftbiss

“ Die englische Sprache ist irgendwie definierter als die deutsche, wenn du weißt was ich meine. Man kann sich mit ihr so viel besser ausdrücken. “

Karla liest mir zum Beweis etwas aus „Jane Eyre“ vor.

“ Hör dir das an und dann setze das deutsche dagegen. Es ist doch irgendwie sperrig.“

Ich verkneife mir das: Lies Goethe .

Und ich weiß was sie meint

Thomas Mann überfordert mich zuweilen. Ich lese Dr. Faustus. Verschachtelte Sätze über die Tarntechnik von Schmetterlingen, Schnecken und deren Zweideutigkeit.

“ Zuweilen war sie tückisch, diese Außenästhetik; denn gewisse Kegelschnecken, reizend asymetrische, in ein gerädertes Blaßross oder weißgefleckted Honigbraun getauchte Erscheinungen, waren wegen ihres Giftbisses berüchtigt,- und überhaupt war, wenn man den Herrn des Buchelhofes hörte, eine gewisse Anrüchigkeit oder phantastische Zweideutigkeit von dieser ganzen wunderlichen Sektion des Lebens nicht fernzuhalten.“

Aus: Zitat aus Doktor Faustus von Thomas Mann

Und sonst?: Ein Gericht erlaubt das Plakat “ Hängt die Grünen“

Man kann die gesamtgesellschaftliche Verrohung oder Verschiebung der Grenzen des Sag- und somit Denkbaren anhand solcher Totalausfälle sehen.

Schon die Piratenpartei mit ihrem: Hier könnte ein Nazi hängen“ Plakat fand ich komplett daneben.

Dienstag mit Zeit, Suche und Buch- Strategien des Lesens

Karla liest “ Wuthering Hights“ von Emily Brontë .

Ich erinnere mich nicht daran in diesem Alter solche Literatur gelesen zu haben. Karla scheint trotz all ihrer Aktivitäten über eine bessere Strategie des Lesens zu verfügen. Selten braucht sie länger als drei Wochen für ein Buch. Manchmal kann es passieren, dass sie sagt : geht nicht, zu düster- so geschehen bei Fahrenheit 451, in der Regel bleibt sie aber dabei und liest ein Buch einmal angefangen auch durch.

Ich lese derzeit kein Buch zu Ende. Selbst im Zug gelang das Lesen nicht, weil ich ich mich in Gespräche verwickeln liess und es ja auch so will. Das Zuhören und interagieren soll den ersten Platz einnehmen, dennoch leide ich manches mal unter dem : wieder nicht. Die Überlegung mit dem Sport für eine Zeit auszusetzen um Zeitinseln zu schaffen.

Und sonst? Lina hat sich angemeldet. Lina ist die die hier mal wohnte bevor sie ein Jahr in Cuba verbrachte. Wir haben uns Jahre nicht mehr gesehen. Ich freue mich sehr auf dieses Wochenende.

Renovierung des Zimmers, nicht meine Leidenschaft aber unumgänglich.

Und das Lesen? Vertage ich auf die späten Abend und frühen Morgenstunden. Und falls jemand über verwertbare Strategien verfügt ..immer her damit.

Blaubestrumpft

Seit dem Wochenende schlage ich mich mit der Frage herum, ob es wirklich so ein widerwärtiger Stilbruch ist, zu schwarzen Hosen dunkelblaue Socken zu tragen.

Es war ein Klönschnack mit J. am Strassenrand. Klönschnacks mit J. zählen für mich zu den Highlights im Vorort. Ein kluger, kreativer, zuvorderst unkonventineller, jung gebliebener älterer Herr, der mich mit diesen Dresscodes verwirrte.

Ist es nun sinnvoll sich an selbige zu halten? Warum ist es erlaubt dunkelblaue Hosen zu schwarzen Strümpfen nicht aber dunklelblaue Strümpfe zu schwarzen Hosen zu tragen?

Und sonst? Habe mir Dr. Faustus von Thomas Mann aus der Bibliothek geholt. Lese seit gestern abend und bin auf Seite drei…

Der Wahlkampf tobt, die Nahrungsmittelreserven in Afghanistan werden knapp vermeldet Elbvertiefungen.

Im das Bild meines Vaters auf der Hauptseite halten zu können schreibe ich hier.

So könnte es überhaupt Sinn ergeben. Hier die täglichen Ereignisse, die erst dann in den Hauptblog wandern, wenn sie entschlackt worden sind.

Gestern im Kino gewesen, Nahschuss zum dritten mal. Ich glaube dabei kann ich es jetzt bewenden lassen.

Heute Morgen erklärt mir Karla anhand der verschiedenen Wahlprogramme warum für sie nur diese Partei und keine andere in Frage käme.

Vorbereitet wäre sie wenn sie denn wählen dürfte.

Ich bin noch müde vom Wochenende. Ich glaube im Zug werde ich nicht so oft schlafen.

Bild meines vor zwei Jahren verstorbenen Vaters

Links im Bild. Das Bild ist ein Screenshot von einer Dokumentation im Mdr. Es ging um 1989 und die Besetzung der Stasizentralen.

Hier sieht man meinen Vater, der sich als Bürgerrechtler ausgibt und mit anderen zusammen fordert, das der Zerstörung der Stasiakten Einhalt geboten wird. ( Ich finde die Doku nicht mehr wieder, aber irgendwo existiert sie im Netz)

Später fand ich seinen Namen auf den von der Bildzeitung veröffentlichten IM Listen

Meine Kinder sagen: er sähe aus wie “ el profesor“ von Haus des Geldes.

Wer bist du gewesen?