Montag mit revolutionärer Plätzchenbacksession und was Elisa buk

https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-11/marina-weisband-interviewpodcast-alles-gesagt

Mehl, Zucker, Butter, Ei. Küchenwaage, ich habe keine Küchenwaage. Nehme Tassen zum abmessen. Verrühren -Mist- auch kein Rührgerät. Knete mit den Händen. Ausrollen – Merde- dieses Ausrollding fehlt mir auch. Warum habe ich mir eigentlich kein Küchenequipment mitgenommen. Flasche geht auch. Ausstecher habe ich.

Ich singe Grandola, die Internationale, Sag bist du bereit, We shall overcome, Pionierlieder- Pioniere voran und Venian del desierto.

Backofen an.

10 Minuten später. Die Plätzchen haben ernst gemacht mit der Vereinigung für den Frieden. Sämtliche Elche, Sterne, Kerzen sind zu einem einheitlichen Teig verschmolzen.

Himmel, sage ich. Das kommt dabei heraus wenn man seinen eigenen Wert nicht kennt. Ihr solltet euch verbinden aber nicht ineinander aufgehen. Also einzeln und frei – wie ein Baum-brüderlich wie ein Wald.

Frustriert .

Im Status hatte Elisa dieses Bild gepostet.

Wir trafen ein Abkommen. Danke Elisa.

Und sonst? : Mit dem oben verlinkten Podcast mir das Adventsbasteln verschönert.

Fuck the system funktioniert nicht sagt die Gästin, weil es das Übel nicht an der Wurzel packt.

Danke Saskia für deinen Endlospodcasttipp. Was hältst du von einem Adventstreffen im Hedonismus der Heinrich – Heinestrasse?

Die WM in Katar legt die Abgründe offen.

We shall overcome.

Sonntag-Erster Advent mit Vereinbarkeit -Wochenheim Rückblick

Rückblick:

Wenn ich es benenne-so war Block 635 ein Zuhause. Dann schlug das fünfte Jahr zu.

Gemeinschaftliche Unterbringung in einem Wochenheim. Ein Staat erzieht die Kinder- ohnehin unbelasteter als ein Elternhaus gewöhnlicherweise vermag. So die Meinung führender Politiker.

Ich sehe mich-fünf Jahre alt-an der Fensterscheibe des Wochenheimes stehen. Ich sah auf den Block 635, der nun nicht mehr mein Zuhause war. Manchmal hoffte ich, meinen Vater die Straße entlang laufen zu sehen. Ich sah ihn nie. Mama war in Berlin-studieren. Von der Näherin zur Sozialpädagogin, das hatte ihr der Staat ermöglicht.

Heute morgen las ich Simone de Beauvoir im Interview mit Alice Schwarzer. Ihre radikalen Ansichten schockierten mich. Keine Familie-weil Joch. Wer so was schreibt, dachte ich, kann keine eigenen Kinder gehabt haben. Denn, für mich jedenfalls war es kein Joch. Es müsste nur anders gehen. Damals, als die Kinder noch klein waren, hätte ich mir gewünscht:

dass jemand mir beispielsweise einem Elternteil ermöglicht zu Hause zu bleiben. Drei Jahre. Bei Anna hatte ich ein ganzes Jahr. Bei den jüngeren Kindern, war ich gezwungen nach drei Monaten wieder mit arbeiten zu beginnen. Und ja, ich konnte nicht stillen weil es schlichtweg nicht möglich war. Ich stand morgens irgendwann vor sechs in der eisigen Kälte und dachte, dass es nicht richtig sein könne. Ich ging arbeiten um Kinder zu betreuen, zu fördern zu erziehen, zu bilden, während mein Kinder von einer Tagesmutter betreut wurden. Ein Jahr übernahm X, sonst teilten wir uns in den Tag. Klinke in die Hand. Aber er war ein wunderbarer Vater gewesen.

Geld war immer knapp. Geld war die Schlinge die sich um den Hals zog. Es gab keine Möglichkeit etwas schön herzurichten, weil der Kredit gerade mal für den Abtrag reichte. Vielleicht auch, weil wir damals anders gewichteten.

Musikinstrumente, Ballettunterricht, Reiten.

Und sonst? : Juna fragt mich, ob ich mit zum Thaiboxen komme. Ich hatte ihr unlängst erzählt, dass ich in einem Kellerraum einen Boxsack gefunden hatte und welchen Spaß das machte.

Weiß nicht Juna, zum Boxen gehört Bein Arbeit. Und ich kann nichts regelmässig machen wegen des Schichtdienstes.

Adventskaffeetrinken in einem wunderschönen Haus mit Bullaugen.

Der Urlaub neigt sich dem Ende. Eremitisch war er geprägt. Ich habe gelesen, gelesen, gelesen. Danke Julius für die wunderbaren Fahrten nach Flensburg und Hamburg und den Nachhilfeunterricht zur Weimarer Republik. Die kleine Wohnung in der kleinen Straße ist ein heller, lichter Ort. Und dennoch:….

t.

Freitag mit Sartre

Sartre’s große Frage Mitte der vierziger Jahre lautete: Wenn wir davon ausgehen, dass wir frei sind, wie können wir unsere Freiheit in einer so herausfordernden Zeit konstruktiv ausüben?

….forderte er seine Leser auf zu wählen, in was für einer Welt sie leben wollen, und sich dafür engagieren.

Von nun an, schrieb er, müssten wir uns stets vor Augen halten, dass wir über die Mittel zu unserer Selbstvernichtung, ja vielleicht zur Auslöschung des gesamten Lebens auf unserem Planeten verfügen. Wir selbst seien die Herren unseres Schicksals. Wenn wir weiterleben wollen, so Sartre müssen wir uns bewusst für das Weiterleben entscheiden. Das war Philosophie für eine menschliche Spezies, die sich selbst das Fürchten gelehrt hatte,….“

„Café der Existenzialisten“ von Sarah Bakewell

Donnerstag mit Grace O Malley

Immer noch im zwölften Kapitel (Ulysses- James Joyce)

werden am Stammtisch nun revolutionäre Reden geschwungen, durchaus polemisch.

Spannend wird es mit Grace O Malley: „irische Stammesführerin, die besonders als Kapitänin und Piratin berühmt wurde. Und in dem Ruf stand, alle Rebellionen der Provinz zu unterstützen. „

Mittwoch mit: im Herzchakra Sankt Paulis

Kleines Café, Bässe, Joyce ergeht sich noch immer im Karrikieren von irischen Heldenmythen.

Ermüdend.

„Also, soll ich dir das zeigen?“, fragt jemand am Nebentisch. Ein Mittvierziger-Typ gediegen.

Der andere auch- Mittvierziger-ebenfalls gediegen. Er zeigt alle Chakren von Kopf bis Fuß. Benennt sie: Herzchakra.

‚Jetzt reisen wir durch die Chakren und sagen immer ein und denselben Satz. „

Das mit Ulysses wird hier nichts.

Packe meine Sachen, vorbei am Dom. In den Bunker.

Hamburg hat was. Der Bunker auch.

Irgendwie Ähnlichkeit mit dem Goetheanum.

Dienstagstelefonat-Hund in der Pfanne

Bild oben „Saskias Werk-Telefonkritzelei“

Kurz vor Mitternacht. Saskia und ich telefonieren seit drei Stunden.

Georgia O Keefe hatte einen Chow Chow.“

Weiß nicht Saskia, die sind mit Vorsicht zu genießen.

Luise hat mir mal einen Mops empfohlen. Gut zum Lesen, hängt nur ab.

„Oh nee, keinen Mops!“

Aussies sind cool, wollen aber viel Input.

Warte mal, ich hatte einen Westhighlandterrier. Der war Klasse.

Hatte ich mir von der Schweiz eingeschleust. Mit eurythmischen Namen. Von der Größe her kein Hund, eher so ein Mittelding zwischen Katze und Hund. Super frech und dickköpfig.

„Ich mag ja eher so Irische Wolfshunde.“ Aber in ner Stadtwohnung. Als ich früher noch in einer WG gewohnt habe, hatte mal jemand ne Dogge mit. Wir saßen praktisch um die Dogge drum rum, auf dem Boden und immer wenn sie mal aufgestanden ist um sich zu drehen, fiel etwas um.“

Pudel?

„Nee.“

Immer noch Dienstag mit Gesang der Löwin

“ Du kannst meinen Fluss nicht bändigen.

Du willst mich auslöschen, ich aber werde nicht weichen von dieser Stätte.

Ich werde weiter tanzen, so lange ich mich halten kann.

Meine Stimme wird zu hören sein, so lange ich lebe, in Wut, Getöse und Erhebung.

Du kannst meinen Fluss nicht bändigen.“

Aus die Löwin des Iran- Simin Behbahani