„You are free to invent your identy in a new city.“- instant by Amy Liptrot

You are free to invent your identy in new city.

I want to act like I’m still in my twenties, maybe get a nose-piercing and an undercut , start being polyamorous, making Skulpturen.“

I wanted to come back to a city because I’m not done yet. I want another throw of the dice.

I’m also here because a good way to get over a hopeless crush is to move another country where there are new people to get hopeless crushes on.

I didn’t choose Berlin for a particular reason; no job, no study, no lover .

I’m just here for a change/ instant/ Amy Liptrot

Amy Liptrot lesen made my day.

Und sonst?: Sneak out zum unverpackt Laden

.https://unverpackt-kiel.de/

Anna hat sich für einen Kaffee angemeldet.

Kürbis mit Maulbeeren, später Apfelkuchen.

Das Gemüse werde ich schneiden während ich Breaking bad weiter schaue.

Dienstag mit Erherzog Rudolf und Adoption

Zurück bei der Recherche. Als würde man alte liebgewonnene Bekannte wiedertreffen.

Es ist vier Uhr morgens. Der Körper behauptet ausgeschlafen zu sein.

Achselzuckend aufgestanden, Espresso gekocht, Milch aufgeschäunt. Mit dem Gebräu zurück zu den Verdurins gegangen. Cotard ist da, Swann ist da und der Bildhauer Vitadobetski auch. Stargast des Abends aber ist eine namenlose vornehme Fürstin russischer Herkunft von der gemunkelt wird, sie habe aus nächster Nähe auf Erherzog Rudolf geschossen.

Ich recherchiere im Internet, dass das Ereignis des Todes von Erherzog R. eher als erweiterten Selbstmord bezeichnet.

Verschwörungstheorien inklusive.

Verdurins servieren auf edlem Geschirr: Kalbsschnitzel Gänseleber und einen Glattbutt, der mit einer weißen Sauce, die mit Butter zu fünf Franc das Pfund zubereitet wurde. Weiterhin Langusten mit rauh gekornter Oberfläche und Kartoffelsalat aus festkochenden Kartoffeln.

Ich bemerke, dass ich solche Dinge nicht mehr essen kann ohne einen moralischen Disput in meinen Gedanken auszufechten.

Und sonst? : Noch vier Tage Bewegungsdiät. Fensterbrett mit Ausblick.

Ab Samstag beginnt das Erüben langer Spaziergänge. 2, 2, 2 so formulierte es die Instandsetzerin. Am Ende der letzten 2 sollte der Normalzustand erreicht sein.

In einer Kaffeerösterei Espressobohnen gekauft. Ein kleines Mädchen am Tresen flüstert der Bedienung zu: ich möchte, dass du mich adoptierst.

Das geht nicht, sagt sie.

Gut dann adoptiere ich dich. Warte ich frage noch schnell meine Eltern.

Die Kleine macht sich umgehend auf den Weg zur Herkunftsfamilie.

Diese sind Gäste im Cafe.

Die Bedienung versucht sich mit verzweifelten Gebärden gegenüber den irritiert schauenden Eltern verständlich zu machen.

Oh so sonnig heute , sage ich, als du eintrittst. Ich weiss nicht was mit mir los ist. Jedes Jahr habe ich mich auf diese Zeit gefreut. Ein Störfeld jetzt.

Komm leg das Buch weg, sagst du. Die Sonne scheint, die Kastanien und Haselnüsse fallen von den Bäumen, die Blätter sind freischwebend. Wir gehen in den Park mit der Fontäne

Ich darf nicht spazieren gehen, fauche ich. Nur auf dem Fensterbrett abhängen. Du hättest fragen können ob ich Hilfe brauche.

Am Ende ist es immer Arbeit. Selbst mit dir, sage ich genervt.

Du gehst.

Ich lass mir durch dich nicht die Laune verderben. Du ziehst deinen Hut.

Du hast meine schon verdorben. Könntest du es bitte weiter regnen lassen, nur ein paar Tage flehe ich dich an.

Der Regen kommt wenn er will nicht nicht wenn er soll

Ich rufe dir einen zornigen Zweiwortsatz hinterher. Hab gar nicht gewusst, dass du so fluchen kannst. Du drehst dich nicht um.

Willkommen Mr. Herbst

Andere Begegnungen: 2016, 2018, 2021

Wie hast du mich gefunden?

Du bist zu früh.

Halt, häng bitte die Jacke nicht an den Haken an der Wand. Die Nässe wird die Wand ruinieren.

Schuhe bitte auch aus. Siehst du diesen guten Holzboden.

Wie lange ich hier schon wohne? Vier Wochen.

Espresso oder normal?, rufe ich aus der Küche. Der Kessel pfeift. Er hat einen Eichenholzgriff. Das macht mich gut gelaunt.

Hast du Hunger? Ich hätte was vorbereitet Hokkaido mit Maulbeeren oder so, wenn du was gesagt hättest . Du legst die Terminlichkeiten sehr freilassend aus.

Jetzt gibt nur Spaghetti . Aus Gewohnheit habe ich zu viel gekocht.

Diese Woche gibt es Nudeln – bis sie alle sind. Und ich mag keinen Mais, den hab ich nur wegen Karla reingetan. Aber Karla kommt frühestens nächstes Wochenende wieder.

Beim Aussprechen des Wortes Vermissen falle ich plötzlich aus meinem Wortschwall.

Du trittst ans Fenster. Ich habe dich vermisst, sage ich in die Stille. Magst du den neuen Ausblick? Ich mag ihn sehr.

Du lächelst unterkühlt, schweigst, undurchschaubar, gelassen.

Willkommen Mr. Herbst

Sonntag 18. September

Der plötzliche Tod E. ( bis her kannte ich ihren Namen nicht)vom Blog bzw Instagramacount Journelle hat mich betroffen gemacht. Sie war eine Bloggerin der ersten Stunde. Ich habe nie mit ihr interagiert, ich kannte sie nicht, habe aber oft bei ihr gelesen. Später folgte ich ihr auf Instagram.

In den frühen Morgenstunden las ich die Nachricht ihres viel zu frühen Todes im Reader.

https://instagram.com/journelle?igshid=YmMyMTA2M2Y=

Hier ein sehr berührender Nachruf e

Wochenrückblick mit Ode an das Leben, Jazz Emu und einem Podcast über Näheflüchter

Gesehen: Ode an das Leben: (Danke Runa)

Ein wunderbarer Kurzfilm über Vereinfachung.

Gelesen: Amy Liptrot Nachtlichter

Der autoritäre Charakter/Adorno (Danke Karla für den Tipp).

Ein ganz großes Danke an Alexander Carmele für das Zusenden des Buches. Was für ein Geschenk. Es lohnt sich sehr im Blog: Explorierendes Lesen zu stöbern. Ein ungewöhnlicher Literaturblog. Ich lerne unglaublich viel allein durch dessenLesen und den Austausch.

Gehört: diesen Podcast, den Celia mir schickte. Ich höre sehr selten Podcasts, höchstens mal im Fitnessstudio, aber der Donnerstag war so lang.

Und dann habe ich ihn doch gehört und Tränen gelacht. So gut.

Danke Julius für diesen Sound.

Getrunken: Arabischen Kaffee mit Kardamom (Danke Esma)

Gegessen: Afrikanischen Grünkohl (Danke Jana)

Samstag mit  über den Dächern

Über den Dächern der kleinen Straße steht der abnehmende Erntemond. Ein Hof umgibt ihn.

Krähen jagen an ihm vorbei, dicht gefolgt von einer Meute Mauersegler. Eigentlich müssten sie schon längst auf dem Weg nach Afrika sein. Aber noch mischt sich in das raue Krächzen der hohe Pfeifton der Segler.

Am Samstagmorgen liegt die kleine Straße verlassen.  Das feierfreudige Volk zog bis zum Morgengrauen hindurch.

Der Himmel zeigt ein Streifen rot.

Ein vereinzeltes Paar mit Rollkoffer und gelben Regenjacken.

Immer noch Freitag mit: The old Lang Syne

An der Förde bin ich entlang gegangen. Zwei Dudelsackspieler auf einem Steg.spielten die Old lang Syne.

Runa ist zu Besuch. Sie erzählt.

Weißt du noch? sagt Runa. Dieses Fußballspiel Oberdorf gegen Unterdorf auf Hoy. Es war eine bittere Kälte. Dampf stieg auf, über den Männern die sich über einem Ball stapelten. Die ganze Insel war abgesperrt wegen dieses Fußballspiels.

Ich erinnere mich kaum an Details. Nur dass es ein Platz war an dem man sein konnte. Dieser ewige wilde Wind, dieser weite Horizont.

Und sonst?

Vereinnahmung durch digitales Dasein. Sitze auf dem Fensterb.rett. Schaue dem an mir vorbeiziehenden Leben zu. Kaum einer der nicht das Handy in der Hand hat . Man hetzt durch die Gegend ohne etwas zu sehen.