Immer noch Sonntag mit Höhle

Der Beschluss den Tag im Bett zu verbringen, lesend.

Auf der linken Bettseite Ulysses, Ästhetik und Teich.

Singen Rotkehlchen in der Nacht ? frage ich in die Ornithologengruppe.

Meine Einkäufe tätige ich zu einem Teil nicht mehr selbst. Ich gebe sie in Auftrag, weil mir die Zeit zum lesen und ruhen sonst fehlt.

Ich liebe meine Arbeit- sehr. Aber im Moment fordert sie jede Faser meines Seins. Es mag der Einarbeitung geschuldet sein oder der Umgewöhnung auf den Schichtdienst. Noch ist nichts Routine.

Die kleine Wohnung in der kleinen Straße wird Höhle, Unterschlupf, Refugium vor der Schnelligkeit der Stadt.

Sonntag mit : das Bild hängt schief

Morgens drei Uhr auf dem Fensterbrett gesessen, geraucht, ein Rotkehlchen sang.

Den gesamten Nachmittag hatte ich verschlafen bis jetzt.

Träumte von Irans Frauen auf Kieler Straßen. Nicht im Kampf.

Stolz.

Nicht den Iran betreffend. Emine schreibt sie wolle das Bild gerade rücken. Ich schreibe: vermutlich bringt das nichts. Gut wenn du Beweise hast, falls es Mal notwendig werden würde sich zu wehren. Dann zum Beispiel: wenn Falschdarstellung zur Verleumdung wird. Zeigen : aus meiner Sicht ist es so gewesen.

Ansonsten: links liegen lassen. Mir ist es grösstenteils egal, welches Bild sich andere von mir machen.

Nur dem Verlassen des Hauses wollte ich meine Sicht der Dinge hinzufügen. Alternative Wahrheiten aufdecken.

Nach eigenen Werten leben.

Aus meiner Sicht ist es so gewesen ..

Message in a bottle

Donnerstag

Unter Mondlicht zur Arbeit gegangen. Regenbeglänzte Straße.

La Lumiere jairra.

Das Licht wird leuchten.

Stille. Nur aus einer Bar sind zwei Frauenstimmen zu hören. Schwer zu sagen ob sie das Etablissement betreten oder verlassen, aber ich bin mir sicher es sind Bronze und Gold.

Lichterketten

Später: sag nicht positiv sagt Qu. Ich hasse das Wort.

Weil positiv negativ ist ? Ja.

Noch später: ach sage ich, ich kann mich auch in Rage reden.

https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/iran-die-toedliche-zurueckhaltung-angesichts-der-proteste-kolumne-a-67022aa5-d99a-4748-9921-559a7cae8417

Zum Beispiel bei diesem Thema. Die Menschenrechte zählen bedingt, Atomdeal, Öl, Erdgas.

Die Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss fesselt mich

In

Mittwoch mit neunter November- Erinnerung

Das Abitur- ich möchte es gern doch machen. Ich möchte auf die EOS.

Mit einem Durchschnitt von 2,3? Das hätten sie sich eher überlegen müssen. 1885. Plattenbaustadt.

In der kleinen Wohnung sitze ich abends. Dunkelheit draussen,

schneide Annoncen für Lehrstellen aus. Sortiere sie geografisch. Ich bin 16.

Das was am weitesten weg von Halle liegt soll es werden.

Mein Finger fährt die Landkarte ab.

Wilhelm- Pieck – Stadt Guben. Textilfacharbeiterin.

An großen Maschinen stehend, Polyamidfäden über routierende Spulen werfen. Schnell sein, wenn ein Faden reißt. Das Zeug schmilzt sonst in Sekundenschnelle zu steinharten Geschossen.

In den Pausen im Putzwollecontainer „Wie der Stahl gehärtet wurde“ lesen. Spanisch lernen. Nicaragua als Ziel.

Das Nicht eintreten in die Einheitspartei Deutschlands, die Folgen.

Flucht.

Budapest 89.

Lernt, das war das was ich Mantra-artig predigte, seit die Drei alt genug waren.

In Heidelberg der Versuch das Abitur nachzuholen im Fernstudium. Gelang nicht.

Zu müde von der Arbeit wurde Mathematik zur Tortur.

Dienstag nach durchgelesener Nacht-Die Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss

Blick auf die Uhr. 00.00 Uhr. Für Ulysses zu spät. Auf dem Schränckchen liegt noch das Peter Weiss Buch ( danke Alexander für den Tipp)

Y. schien es zu kennen. Und weil der Mensch ein Mensch ist …

Linien der bewusst installierten Ausbeutung- nachgezeichnet im ersten Kapitel- Pergamon- ich hab keine Ahnung von Geschichte- Hellenismus.

Lese atemlos bis in die frühen Morgenstunden. Zum Glück ein freier Tag der vor mir liegt.

Der Schichtdienst kommt mir entgegen- in der Abwechslung- im Unberechenbaren.

Halte sie müde und am Existenzminimum hatte Y. gesagt.

Damit sie gar nicht erst auf die Idee kommen auf die Straße zu gehen.

Und ich hatte mit District 12 geantwortet.

Stelle mir die Frage ob ich meine Bildungslücken schließen muss, bevor ich im ästhetischen Widerstand weiterlese.

Ich hätte doch gern die ostdeutsche Ausgabe.

Ulysses: bin an den Sirenen vorbei.

Auf zum Kyklopen.

Nonnen im Haus

Ein wiederkehrender Traum in Variationen.

Träumte ich sei zurück. Im Haus im Vorort.

Trat in die Wohnküche. Nonnen dort. Fünf oder sechs.

Eine katholische Gemeinde im Wohnzimmer. Teetrinkend. Ein Zylinder in der Hand eines Beamten.

Spenden sie.

Ich spende nicht für Katholiken. Mit dem Katholizismus bin ich fertig.

Eine Nonne erschrocken- hielt mir den Mund zu. Kind rette deine Seele.

Im vorletzten Traum war es der Pfarrer gewesen, der mir den Mund zuhielt. Ich hatte eine Rede von der Empore der Kirche halten wollen.

Nonnen traten ins Wohnzimmer. Wird doch ganz hübsch, sagte eine.

Ein Haus ist ein Haus und ein Mensch ein Mensch.

Entscheidend ist der Preis der zu zahlen ist.

Entgegnete es. Stieg in eine kleine Fähre. Dublin. Ortswechsel.

Der Kapitän gab mir Pessoas Buch der Unruhe.

Melancholie im Blick. Graue Nebelschleier. Irrfelsen. Er wich aus. Plötzlich das Schiff rollend auf Gaardens Straßen.

Sonntag mit Below

Die Drei waren hier zum Frühstück.

Mein Gott sagt Anna, diese Vogeleier sind so klein. Das wird mir zu persönlich.

Hatte bei Rewe Wachteleier gefunden.

Wusstet ihr das Kellogg’s erfunden wurden um Homosexualität zu heilen? Voll die abgefahrene Geschichte.

Anna sagt das.

Julius brachte Below mit.

Darf man in China FSJ machen?

Nein befand ich.

Jemand erzählte vom Philosophieunterricht. Wir ziehen eine Karte und debattieren dann.

Neulich sagte einer: er würde dem Kommunismus so aufbauen, dass er eine Generation zwingen würde den Egoismus abzulegen. Die nächste Generation hätte es dann bereits in den Genen.

WMDEGT

https://bruellen.blogspot.com/2022/11/051122-wmdedgt-im-november.html?m=1

Bei Frau Brüllen war gestern wieder Tagebuchbloggen.

Fünfte Stunde, der Morgen bricht an. Öffne das Fenster. Ein Rotkehlchen singt.

Zu früh zum Aufstehen.

Lese im Ulysses. Höre Verdis Othello, schlafe wieder ein.

10.00 Uhr- hab einen Termin im Fitnessstudio-rein weiblich dominiert und um die Ecke.

Der Rücken soll gerade, der Bauch verschwinden, es muss Kraft in die Arme- das ist am wichtigsten.

Check up ergibt gute Werte. zufrieden.

Gute Muskelkraft. Warum? Ich habe seit einem Jahr nicht trainiert.

Viszeral sieht es schlecht aus

Biologisches Alter – ich hab mich um 12 Jahre verjüngt. Sehr gut. Trotz der leidigen fünf Zigaretten. Jeden Abend auf dem Fensterbrett.

Die Geräusche der Stadt- Gesprächsfetzen, E- Roller, Autos, Kirchenglocken.

Die drei werden zum Frühstück kommen. Ich kaufe ein- Wachteleier, Käse, Avocado. Ich wollte Scones backen – verschob es auf später.

Zurück zum Ulysses. Zu Bloom ins Hotel. Alles ist Musik, auch der Ehebruch. Musik in Sprache, Joyce ist unglaublich.

Folge jedem musikalischen Hinweis. Der Ulysses-eine Geheimschrift. Joyce muss Spaß gehabt haben.

Nachts aufgewacht und im Handy nach Nachrichten aus dem Iran gesucht.