100 Tage Proust-Guermantes

Proust: Seit einhundert Tagen lese ich die Recherche. Heute eine deutliche Anspielung auf eine eventuelle Homosexualität Saint Loups, eine Einladung von Charlus die an den geheimnisvollen Vertrag erinnert, und einem Saint Loup der „Nicht den Boden berühren“ in einem Restaurant spielt.

Heidkate:

dav

dav

Wetter: Kühl, so kühl, dass man eine Jacke braucht. Immer wieder Regen, morgen kommen die Quitten vom Baum ins Glas, Hagebuttenmarmelade will ich auch ausprobieren. Würziger Herbstduft nach Laub und Feuer.

Proust lesen Tag 99-Guermantes

Proust:

Marcel hat von Saint Loup gehört, dass Mademoiselle Sternmaria schnell nachgeben wird. Er beginnt die Körperpflege und das Styling für den ersehnten Tag bereits 48 Stunden vorher. In die Rasur platzt Albertine, sie soll ihm helfen das Candlelightdiner mit vorzubereiten. Albertine von der geliebten Göttin, gefallen zur Lückenbüsserin.

Falls er besagte Dame an dem Abend nicht herumkriegen würde, bliebe immer noch Albertine.

„Wir nutzen unser Leben kaum, lassen in den spät dämmernden Sommerabenden oder in den frühen Winternächten die Stunden unvollendet, die doch ein wenig Friede oder Genuss einzuschließen schienen.“

Kiel: Deutlich Kühler. Sprühregen, Herbstluft, in der Kita haben wir Holundergelee eingekocht.

Die Tage werden rasant kürzer.

Proust lesen Tag 97-Guermantes-Einladung in den Salon von Oriane/Marcel

Proust: Das Prinzip bleibt immer dasselbe: Marcel bekommt das Erhoffte immer erst dann, wenn er es nicht mehr erhofft und auch nicht mehr will. Nachdem er auf Wunsch seiner Mutter, die Spaziergänge einstellte, um Madame de Guermantes zu sehen, die Leute begannen zu reden, erhält er nun eine Einladung in ihr Haus.

Kiel:

Es ist warm, sehr warm, aber überall breitet der Herbst bereits sein Reich und so mischt sich in den später lauen Spätsommerabend ein Hauch von Wehmut. Eine Hunderunde durch den Wald. Die Sonne geht glutrot unter und taucht den See in Farbe.

Proust lesen Tag 95-Guermantes-Albertine

Proust: Den Sprung vom Tod der Großmutter zur Begegnung mit Albertine, habe ich nicht verstanden. Aber so ist es, wenn Proust in eine Lücke gestopft wird zwischen Hunderunde und Berichten vom ersten Schultag des neuen Schuljahres.

Jedenfalls taucht Albertine überraschend wieder auf. Ich vermute, beide befinden sich in Paris.

Albertine im grauen Nebelschleier weckt nicht jenes Verlangen, welches die Albertine vom Strand damals in Balbec weckte. Enttäuschung. Überhaupt-so überlegt Marcel-wäre es vielleicht sinnvoller, sich gleich einen ganzen Harem zu halten, denn alle Frauen verlieren ihren Zauber, wenn man mit ihnen zusammenlebt.

Heidkate:

Abends noch schnell eine Brise Freiheit und Meer.

Wetter

Relativ kühl, immer wieder mal Regen. Überall das Abbild des Herbstes, braunes Laub raschelt, Eicheln klacken von Bäumen,  Krähen schwingen die sich krächzend über den Vorort.

„Herr der Sommer war groß.“

Proust lesen Tag 92_Guermantes-die Großmutter

Proust: Cottard, der Arzt, schickt die Großmutter trotz Fieber mit Marcel in die Champs Elysees. Man begegnet der Majestät des Toilettenhäuschens, die alle ihre Kunden kennt und sich sorgt, wenn  jemand mal nicht auftaucht. Der Parkwächter ist auch da, für mich wird er auf ewig mit sächsischen Dialekt sprechen.

Die Großmutter aber, erleidet einen Schlaganfall (im Toilettenhäuschen), ihr wird nur noch wenig Lebenszeit beschieden sein. Vermutlich ein traumatisches, zutiefst verstörendes Erlebnis für Marcel

Hamburg:

Der Zug hat Verspätung. In Altona tobt das Leben. Ein letztes Mal ziehe ich durch den Stadtteil, die Proben werden wieder in die Hafencity verlegt.

Proust lesen Tag 91-Guermantes-Charlus

Proust:

Marcel verlässt zusammen mit Charlus den Salon. Ein geheimnisumwitterter Vertrag soll gemacht werden, Charlus will sein Wissen an den Schüler weitergeben, ihn protegieren. Dieser muss sich aber als würdig erweisen, bereit sein täglich Bericht zu erstatten, soll die Gesellschaften meiden. Charlus mit seinem umherirrenden Blick ist bisher der dubioseste und unberechenbarste Charakter in der Recherche, bisher.

Kiel:

3.00: Uhr aufgestanden um Berichte fertig zu schreiben.

7. 00: Uhr ging ich wieder zu Bett, träumte wirr und schwer.

10.00 Uhr:

Beim Pferd gewesen….

Die Katzen gefüttert, das Katzenklo sauber gemacht, die Hunde gefüttert, die Geschirrspülmaschine, die Waschmaschine, gekocht, eingekauft, geputzt-das ist Urlaub.

Die Jungs machen Popcorn und lassen es anbrennen, zum Aufräumen muss man sie holen.

Heute Abend werde ich mit den Kindern „Tschick“ sehen.

Sehr warmer Tag bei 30 Grad und feuchtschwerer Luft. Am Fluss blüht die Minze.