Samstag mit Hans Hansen und Albertine

-x. Im Haus kehrt Ruhe ein.

Das Zerreißen zwischen den Polen-vorbei. Der Karatkaschan kommt zur Ruhe. Das Rudel ist, wenn auch nicht vollständig, so doch wieder überschaubar. Nur noch ein Lagerplatz.

Ich lese Tonio Kröger von Thomas Mann. Es ist die Stelle, in der Hans Hansen das Hotel mit Ingeborg betritt. Blond, blauäugig, lebendig, glücklich.

Die „Kleine Schar“ von Proust drängt sich in mein Bewusstsein.

„Die Frau eines alten Bankiers hatte für ihren Mann einen Faltstuhl ausgesucht, der zum Deich hin ausgerichtet und durch den Musikpavillon vor Wind und Sonne geschützt war. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass er gut untergebracht war, ließ sie ihn allein, um wie gewohnt eine Zeitung für ihn zu kaufen, aus der sie ihm vorlesen wollte… Die Tribüne des Pavillons bildete über ihm ein natürliches, verlockendes Sprungbrett, auf dem die älteste der kleinen Bande ohne Zögern Anlauf nahm; und sie sprang über den zu Tode erschrockenen Greis hinweg, dessen Strandhut ihre flinken Füße streiften, zum großen Jubel der anderen. ‚Der alte Knabe, der tut mir aber echt leid, der ist ja schon halb verreckt‘, sagte eines der Mädchen mit heiserer Stimme und halb ironischer Betonung.‘“ (Deutschlandfunk 2014)

Das Herannahen eines neuen Menschentypus, so interpretierte es damals im Seminar jemand. Proust der den aufkeimenden Nationalsozialismus an dieser Stelle vorwegnahm. Vielleicht.

Hier in Tonio Kröger ist es eher die Sehnsucht nach dem Einfachen, der Leichtigkeit, Dazugehörigkeit.

Und sonst? Eine Zeit in der ich neuen Impulsen nachgehe. Filme sehe, die ich bisher für mich ausgeschlossen hatte: z. Bsp. Shutter Island, Inception -genial. Die Kinder und ich saßen bis in die frühen Morgenstunden zusammen.

Der Punkt geht an dich, y. Leonardo Di Caprio ist tatsächlich ein begnadeter Schauspieler.