Proust lesen Tag 95-Guermantes-Albertine

Proust: Den Sprung vom Tod der Großmutter zur Begegnung mit Albertine, habe ich nicht verstanden. Aber so ist es, wenn Proust in eine Lücke gestopft wird zwischen Hunderunde und Berichten vom ersten Schultag des neuen Schuljahres.

Jedenfalls taucht Albertine überraschend wieder auf. Ich vermute, beide befinden sich in Paris.

Albertine im grauen Nebelschleier weckt nicht jenes Verlangen, welches die Albertine vom Strand damals in Balbec weckte. Enttäuschung. Überhaupt-so überlegt Marcel-wäre es vielleicht sinnvoller, sich gleich einen ganzen Harem zu halten, denn alle Frauen verlieren ihren Zauber, wenn man mit ihnen zusammenlebt.

Heidkate:

Abends noch schnell eine Brise Freiheit und Meer.

Wetter

Relativ kühl, immer wieder mal Regen. Überall das Abbild des Herbstes, braunes Laub raschelt, Eicheln klacken von Bäumen,  Krähen schwingen die sich krächzend über den Vorort.

„Herr der Sommer war groß.“

Proust lesen Tag 92_Guermantes-die Großmutter

Proust: Cottard, der Arzt, schickt die Großmutter trotz Fieber mit Marcel in die Champs Elysees. Man begegnet der Majestät des Toilettenhäuschens, die alle ihre Kunden kennt und sich sorgt, wenn  jemand mal nicht auftaucht. Der Parkwächter ist auch da, für mich wird er auf ewig mit sächsischen Dialekt sprechen.

Die Großmutter aber, erleidet einen Schlaganfall (im Toilettenhäuschen), ihr wird nur noch wenig Lebenszeit beschieden sein. Vermutlich ein traumatisches, zutiefst verstörendes Erlebnis für Marcel

Hamburg:

Der Zug hat Verspätung. In Altona tobt das Leben. Ein letztes Mal ziehe ich durch den Stadtteil, die Proben werden wieder in die Hafencity verlegt.

Proust lesen Tag 91-Guermantes-Charlus

Proust:

Marcel verlässt zusammen mit Charlus den Salon. Ein geheimnisumwitterter Vertrag soll gemacht werden, Charlus will sein Wissen an den Schüler weitergeben, ihn protegieren. Dieser muss sich aber als würdig erweisen, bereit sein täglich Bericht zu erstatten, soll die Gesellschaften meiden. Charlus mit seinem umherirrenden Blick ist bisher der dubioseste und unberechenbarste Charakter in der Recherche, bisher.

Kiel:

3.00: Uhr aufgestanden um Berichte fertig zu schreiben.

7. 00: Uhr ging ich wieder zu Bett, träumte wirr und schwer.

10.00 Uhr:

Beim Pferd gewesen….

Die Katzen gefüttert, das Katzenklo sauber gemacht, die Hunde gefüttert, die Geschirrspülmaschine, die Waschmaschine, gekocht, eingekauft, geputzt-das ist Urlaub.

Die Jungs machen Popcorn und lassen es anbrennen, zum Aufräumen muss man sie holen.

Heute Abend werde ich mit den Kindern „Tschick“ sehen.

Sehr warmer Tag bei 30 Grad und feuchtschwerer Luft. Am Fluss blüht die Minze.

Proust lesen Tag 90-Guermantes

Proust:

„…, und das Bild, das die anderen sich von unserem Tun und Treiben machen, sieht dem, das wir uns selbst machen, nicht ähnlicher als einer Zeichnung ein mißratener Abzug, auf dem an manchen Punkten an Stelle eines schwarzen Striches ein leerer Fleck und statt weißer Flächen ein unerklärlicher Schnörkel erscheint.“

Kiel:

Beim Pferd gewesen. Das Kind verbrachte zwei Stunden mitFellpflege und Füttern. Ich begnügte mich damit, zu lesen. Durch die Klappe in der Schuppenwand schob sich immer wieder eine Pferdemaul.

Es ist ein Urlaub, der keiner ist, aber das war vorher klar. Abends raffe ich mich auf und laufe mit den Hunden eine große Runde am Fluß entlang. Es ist grün, das Schilf hoch, als hätte es die wochenlange Trockenheit nicht gegeben. Nur die Holunderernte wird wohl in diesem Jahr nichts. Die Beeren sind klein und vertrocknet. Ubu und Luna springen durchs Gras, Hochlandrinder weiden, Schwalben fliegen tief. Der Himmel ist noch immer bewölkt, die Wolken hängen fast im Fluß und mir fällt das Lied ein in dem Jaques Brel singt, das man den Himmel fast trösten müsse.

Proust lesen Tag 88-Guermantes

Proust: Die Dreyfusaffäre nimmt im Salongeplauder sehr viel Raum ein. Bloch der zu offensiv ist, wird mit müder Gestik bedeutet, er wäre hier nicht mehr erwünscht. Allerdings ist dieses so verdeckt formuliert bzw. in Gesten umgesetzt, dass er dieses nicht versteht.

Odette wird erwähnt, diese hat aus Angst das ihr die jüdische Herkunft ihres Mannes einst zum Verhängnis werden könnte, sich auf die Seite der Antisemiten geschlagen hat. Saint Loup taucht unerwartet im Salon auf.

Kiel

Beim Pferd gewesen.

rpt

Während das Kind striegelte, fütterte und versuchte die Pferde in Bewegung zu bringen, wurde ich von einer Wespe belagert und flüchtete in den Wohnwagen um Fachliteratur zu wälzen.

Schwüles Wetter, bedeckter Himmel, 22 Grad, hin und wieder einige Tropfen Regen.

Der Tag bestand aus wenig mehr, als einkaufen, Tiere versorgen, kochen, Teenies herumfahren. In einer Woche beginnt die Schule.

Proust lesen Tag 86-Guermantes-Salon Villeparisis

Proust: Salongeplauder weiterhin, auch Hüte scheinen eine wichtige Rolle zu spielen. Bloch ist zwar immer noch unsympathisch, aber dass er sich keine Ungeschicklichkeit verzeiht und sich für einen Moment vornimmt nie wieder in Gesellschaft zu gehen, lässt mich fast etwas mitleiden. Zudem bezieht er die Bemerkung eines Gastes ( zu Madame de Guermantes) auf sich: Feenfinger. Er glaubt der Gast mache sich über die versehentlich zerbrochene Vase lustig. Norpois taucht auch wieder auf. Über die Geliebte Saint Loups wird sich das Maul zerrissen. Und Marcel beginnt kurz, die von ihm vergötterte Madame de Guermantes in einem anderen Licht zu sehen, er betitelt sie in Gedanken als dumme Pute und fragt sich warum er Tag für Tag kilometerlang lief um ihr auf  seinen Spaziergängen zu begegnen. Die  Damenwelt ist cool, fast abgebrüht, jedenfalls immer berechnend und selten emotional, die Männer hingegen sind oft neurotisch, empfindsam, empfindlich. Interessant.

edf

Was für ein Wetter. Platzregen, Gewitter, Temperatursturz.

edf

Ein schöner, ruhiger Tag mit Gewitter und viel Regen.

edf