Dienstag am Fluss-Sommer

Libellen, Schwalben fliegen tief. Auch die kleinen schwarzen Falter sind zurück. Der Abend neigt sich dem Dämmerlicht entgegen.

Der Karakatschan hält sich dicht neben mir. Ein zweimal bleibt er stehen um auf Keks zu warten.

Sommerwind, Leichte Unbeschwertheit. Am Ufer eine Weile Aurel lesen. Pappeln, flirrende Lichtreflexe. Eine Schwarzkopfmöwe unter einer Schar Nichtschwarzkopfmöwen.

Samstag mit Rotkäppchen von der Mützenfalterin

Beim Sortieren der Bücher in dieses wunderbare Buch hineingelesen.

Hier die Rotkäppchengeschichte angerissen:

„Sie schlug die Augen auf.

Na gut, wieder ein Tag,

wieder ein Himmel und ein Bett,

das man verlassen konnte.

Sie nahm den roten Hut, malte ihre Lippen an,

Wein im Korb, Kuchen.

Das musste reichen
Sie machte sich auf den Weg.

Im Wald raschelte das Laub, zwitscherten die Vöglein,

begegnete ihr der Wolf.

„….ich muss zur Hexe.“

“ Zu spät“, sagte der Wolf, die habe ich längst gefressen. Wenn ich aufstoße, kommen mir immer noch ihre Zaubersprüche hoch.

Doch nicht zu der “ , sagte sie.

„Du musst noch Blumen pflücken“ , sagte der Wolf.“

Wer wissen will wie die Geschichte in diesem Fall für Rotkäppchen oder den Wolf ausgeht, sollte sich das Buch nicht entgehen lassen. Einfach wunderbar.

Zitiert aus „Bis der Schnee Gewicht hat“ von Elke Engelhardt.

So schön. Freue mich sehr über diese Geschichten die laut Klappentext ihren Ursprung (Grimmsche Märchen) nicht verleugnen

https://muetzenfalterin.wordpress.com/

Halle Weihnachtsmarkt 2008

Samstag mit Marc Aurel und Marina Abramovich, Buchstabe A

Unvermittelt beruhigt sich das Wasser. Danke!

Eine Reflektion des Weges. Als hätte jemand die Fenster weit aufgemacht. Ich atme durch.
Metaebene.

Vor einer Woche eine Entscheidung getroffen. Stay.

Bei der Mützenfalterin in einem Kommentar gelesen, dass Entscheidungen mehr Freiheit bringen sollten.

Ich werde sehen.

Am Morgen: X. und Karla trommeln einen komplizierten Takt auf der Küchenablage, während die veganen Burger in der Pfanne mitwippen.

Ich beginne das Zimmer zu räumen, was vornehmlich im Sortieren von Büchern besteht. Vorerst. Lese mich fest beim Rotkäppchen von der Mützenfalterin, Marina Abramovich “ Durch Mauern gehen“ und Thomas Mann“ Mario und der Zauberer“ . Auch Marc Aurel lese ich erstmals an. Pausentag.

Donnerstag

Heute auf den Tag genau, ist es ein halbes Jahr, dass ich etwas entscheidendes veränderte.

Ich war nicht darauf gefasst gewesen, dass sich nur wenige Wochen später alles ändern sollte. Gravierend.
Ich kann beim besten Willen nicht sagen, dass es sich gut anfühlt. Lebendig vielleicht, unberechenbar, neu, gut- nicht.

Manchmal frage ich mich wieviel persönliche Bloggerei richtig ist. Es ist Ventil, gleichzeitig denke ich die Welt spielt verrückt und ich drehe Lemniskaden um mich selbst.

Ich habe 18 Kilo innerhalb dieses halben Jahres verloren, ich bin fitter, aber ist das wichtig? Verändert es etwas?

Vielleicht war es gut, dass ich nicht wusste welcher Weg da vor mir liegen würde. Vielleicht hätte ich sonst nicht begonnen. Jetzt bin ich hier nun Mal. Noch 11 Tage bis zum Urlaub. Hier im Jägerhaus wird es am Abend ruhig. Aufstehen, die letzten Dinge wegräumen, die Arbeit beenden. In das bocksbeinige kleine Auto steigen und nach Hause fahren.

Montag mit Müdigkeit

4.00 Uhr der erste Vogel singt. Noch müde von diesem fatalen Wochenende lese ich Camus.

Die Temperaturen sind gefallen, ich beheize den Wohnwagen.

Bedeckter Himmel, das Wildkaninchen springt erschrocken auf als ich zur Toilette hinüber
laufe.

Gestern: „Joker ‚gesehen.

Mein Gott. Man möchte fast fragen: warum hast du uns verlassen?“

Drück Mal Stopp: schau, wahrscheinlich Anspielung auf Camus die Pest. Wenn die Ratten kommen ist das Ende nicht weit.

Warte. Da, das könnte eine Anleihe bei Butoh sein, ein Tanz in Japan zu Hause.

Finsternis , Widerstand.

Am Ende: Nicht der Joker ist verrückt, sondern die Welt um ihn herum. Sensibilität und Wahnsinn.

Der Kippmoment bei dem aus Verzweiflung pure Freude an der Zerstörung wird.

Sonntag mit “ Kein Ponyhof in Happyland“

Zähne zusammen beißen.

Für irgendetwas müssen die Superheldenfilme gut sein. ( Der Sohn und ich haben ein Filmprojekt. Ein Jahr lang sehen wir einmal wöchentlich einen Film seiner Wahl.

Im Moment ist es Batman)

Los steh auf. Reiß dich zusammen

Manchmal ahnt man nicht, dass ein gespielten “ Nothing else matters“ eine Zäsur darstellt. Vermutlich ist es ein Abschluss einer zwei Jahrzehntelangen Phase. Julius spielt Cello. Die Sonne brennt. Noch ist alles gut.

Später sehe ich mit Julius the dark knight rises

Vielleicht ist es am Ende doch der dritte Teil der mich am meisten fasziniert .

Soäter

Eine Party ( ein 18. ) im Garten.

Es folgt eine Zäsur. Ein Schlag den ich nicht abfangen kann, weil er unvermutet kam.

Der Schlag selbst hat mit den Gästen nichts zu tun, wohl aber mit Kollateralschäden der an ihr Ende gefundenen Ehe.

Aufstehen, Jammerreflex unterdrücken, Ärger in Gewichte verlagern. Es ist Sonntag. Ich packe meine Sportsachen .

Täuschungen die sich als Täuschungen erweisen mögen zunächst schmerzhaft sein, der Wahrheit dienen sie trotzdem.

Kein Ponyhof in Happyland.

Samstag mit Tour

Wasser und Eiweißriegel müssen genügen. Beim Essen bin ich seltsam unmotiviert.

Wir brechen viel zu spät auf.

P. Und ich kennen uns jetzt auch schon über zwei Jahrzehnte.

Wenn man es denn kennen nennen will.

Gedanken um Ästhetizismus.

Schlagabtausch mit einer klugen, stilvollen, bitterbôs ironisch älteren Dame. So alt werden. So ein Freigeist. Sie rettete mir den Tag.

Donnerstag mit neuen Wegen

Bis Freitag soll ich mir eine Strecke überlegt haben, die für uns beide neu ist. Das letzte Mal sind wir fünf Stunden wandernd unterwegs gewesen. Mir fällt einfach nichts ein. In Kassel bin ich mit C. oft noch in den Nachtstunden zum Herkules hinaufgelaufen, schweigend, weil uns nach dem all dem Lernen nur nach gehen nicht aber nach reden zu Mute war.

Die Kieler Touren dienen dem Austausch. Hinterland der Eider wäre eine Idee.

Der Freitag wird mich einer Entscheidung einen Schritt näher bringen.

Die Strategie sich fremdbestimmend zu lassen, scheint nicht aufzugehen. Die Wartezeit ist zu lang.

Lese Chantal Mouffe und bin noch immer eingenommen.

https://images.app.goo.gl/A8RLhdYWXbUqHspr8

Dienstag mit Bulli und Chantal Mouffe

Der Bulli wird erst Mal von mir gefahren, solange der kleine graue unvorhergesehen blockiert und stehen bleibt.

Mit Julius “ Batman“ gesehen. Wir arbeiten uns durch seine Filmwelt. Wider Erwarten fand ich diesen Film gut, richtig gut. Wir gelangten über die blaue Blume zu Novalis. Immer wieder Stopptaste, reden.

Interstellar war bisher der einzige Film mit dem ich es eher schwer hatte. Gut gemacht,aber nicht mein Genre. Julius wie’s mich auf die Musik hin. Aber ich hör immer nur zwei Akkorde“ sagte ich . Hier unterbrach Julius einige Male: hörst du die Bässe im Hintergrund? Hörst du das es einen Sekundentakt hat?

Auch Karla und ich haben ein Abkommen. Sie liest Caroline Fourest: Generation beleidigt, ich lese ihr Buch : Exit racism mit anschliessender Diskussion.

Nachts Chantal Bouffe entdeckt und die Schlaflosigkeit für Bildungszwecken genutzt.

Super spannend, ich sollte mir weniger interessante Literatur in der Nacht zu Gemüte führen.