Donnerstag mit Proust lesen-Tag158-Patina der Erinnerung-Charlus

„jener Teil…wenn er dort in seiner ureigensten Substanz aufgeht und sich alles-abgebrochene Häuser, Menschen von ehedem, Fruchtschalen von späten Nachtmählern, derer wir uns entsinnen-in jenen durchscheinenden Alabaster unserer Erinnerungen verwandelt, dessen Farbton wir nicht zeigen können, da nur wir ihn sehen…“

…wir selbst aber können diese Dinge in uns nicht ohne eine gewisse Ergriffenheit betrachten, wenn wir bedenken, daß sie einzig und nur noch für kurze Zeit in unserem Bewusstsein weiterleben: der Widerschein erloschener Lampen und der Duft von Weißbuchenhecken die nie mehr blühen werden.“

Außerdem: Charlus ahnt nicht, dass seine Liebe zu Morel einen üblen hinterhältigen Schlag abbekommen wird. Die mittelmäßige Madame Verdurin verzeiht keine Überlegenheit und wird Morel zwingen sich zu entscheiden. Noch glaubt sich Charlus sicher, aber man kann erahnen welche üblen Verwundungen diese Intrige erzeugen wird.

Kiel: Acht Grad und Böen. Gegen Mittag bricht sich die Sonne Bahn. Mit Janas Hunden am Fluß. Das Schilf beugt sich dem Wind.

Donnerstag mit Schalamow und Telefonat

Nieselregen. Wind. Ein Wetter zum Erbarmen.

Lange mit M. telefoniert. Ich würde reduzieren, sagt er. Oder den Anfang ganz rausnehmen. Er schickt mir den zusammen gestrichenen Text. Krass denke ich, was dadurch entsteht, wenn man das Unwesentliche wegnimmt.

Gnadenlose Ehrlichkeit. Sag mir was du siehst. Mein Blick ist verstellt.

„Hältst du das aus?“

Ja

Keiner der sich wegduckt.

Schalamow gelesen. Er schreibt an Solschenyzin. Eine Katze im Lager, streicht um die Beine der Häftlinge. Katzen hätten nicht überlebt. Löffel für das Essen. Wozu ? Suppe und Brei waren in der Konsistenz es trinken zu können. Brot in der Matratze versteckt….hätte niemals funktioniert. Ich gebe es sinngemäß wieder.

Und sonst: Gehe jeden Tag ein Stück durch das verregnete Kieler Umland. Es wird.

Gesehen diesen Film:

https://www.arte.tv/de/videos/098107-000-A/jud-suess-2-0/

Mittwoch mit Fremdtext und Proustlesen Tag157

„Ach du sch….“ das war das was ich dachte, als ich sah welchen Text ich weggeschickt hatte. „Du hast mich in der Hand“ schrieb ich an S.

Was war passiert? Formatieren kann ich nicht. Ich kopierte also einen Fremdtext in word um die Zeilenumbrüche und Numerierungen zu verstehen.

Und dann? Vergass ich den Text wieder rauszunehmen und verschickte ihn so, an x und y und auch an z. Nein ich schreibe hier nicht, was für ein Text das war. Nie würde ich solch einen Text schreiben, aber das glaubt mir jetzt sowieso niemand mehr. Gelächter im Haus, als ich die Begebenheit zum Besten gab.

Anmerkung: der Text war gut, ich bin nur zu prüde:)

Karla spielt Beethoven.

Und sonst: Bei der Gesellschaftder Madame Verdurin wird ein großer Schlag gegen Charlus geplant. Ich habe die Recherche vermisst. Armer Charlus.

Corona: Die Atemwege haben definitiv Schaden genommen. Was nahelag. Kurzatmig steige ich Treppen hinauf und hinunter.

In der Zeitung sehe ich das Bild einer jungen Ukrainerin die sich freiwillig zum Militärdienst gemeldet hat. Zu allem entschlossen sieht sie in die Weite. Eigentlich ist sie Tierärztin.

Diese Musik brachte Julius nach Hause:

Diesen Film brachte Anna mit:

https://www.ardmediathek.de/video/wie-gott-uns-schuf-oder-die-doku/das-erste/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvd2llLWdvdHQtdW5zLXNjaHVmLzIwMjItMDEtMjRUMjI6NTA6MDBfMWUzNjQ3OGQtNjkwZi00Y2

Langlebigkeit ist vorwiegend (wenn auch nicht ausschließlich das Vorrecht einer literarischen Schule, die heute fast ausgestorben ist : der Romantik….

Sie befasst sich nicht mit den zufälligen Trivialitäten des Alltags, sondern mit den zeitlosen, fundamentalen, universalen Problemen und Werten des menschlichen Daseins. Sie beichtet nicht und fotografiert nicht; sie ist kreativ und visionär. Mit den Worten des Aristoteles: Sie befasst sich nicht mit den Dingen,wie sie sind, sondern mit den Dingen, wie sie sein könnten und sein sollten.“

Vorwort Ayn Rand “ Der Ursprung“

Kurz reingeblättert und gleich hängen geblieben. Würde mich über Kommentare freuen.

Montag mit Beginn von neuer Hauptlektüre nach Unterbrechung ( Recherche Bd.5 Proust lesen Tag156/)

Morgens trifft das Ergebnis ein, welches ich kaum noch zu erhoffen wagte.

Negativ- per Schnelltest, zehn Tage hat es dann doch gedauert.

Der Schlaf ist ebenso wenig erholsam wie in den vergangenen Tagen. Ich nehme mir vor auf den Beinen zu bleiben

Mehr als drei Stunden funktioniert das nicht. Ich hoffe es ist nur der Blutdruck.

Dr.Faustus von Thomas Mann ausgelesen.

Es war ein Kraftakt.

Hauptlektüre wird nun die Recherche ab Band fünf.

Der Januar war ein Reading Bootcamp. Herausragend fand ich das Vaterspiel von Josef Haslinger. Eine Familiengeschichte über mehrere Generationen, ein Politthriller und das Barbarische der Massaker an den Juden in Litauen. Am Ende erinnerte es mich an “ Drei Minuten Wirklichkeit“ von Wolfram Fleischhauer.

Ich finde nach diesen zehn Tagen Abgeschlossenheit zurück in den Alltag.

Einübung der Aufrechte.

Sonntag mit Vaterspiel von Josef Haslinger

Eigentlich hatte ich nur kurz reinlesen wollen, konnte das Buch aber nicht mehr zur Seite legen.

Heute morgen spät aufgewacht. Mein Körper muss Schlachten ausfechten, anders ist die Erschöpfung auch nach zehn Stunden Schlaf nicht zu erklären.

Aus Disziplin beginne ich den Vormittag mit Thomas Mann. Dreissig Seiten.

Ich will zurück zum Vaterspiel. Es ist die Sprache die mich gefangen nimmt. In Teilen auch die vertraute Materie vom Sozialismus bis zur aufgelösten Ehe, die Musik von Falco und Opus, der Katholizismus, der rote Kaplan,Vergangenheitsaufarbeitung. Ein unglaubliches Buch.

Vielleicht der letzte Tag der Quarantäne

Der Sohn behauptet, ich hatte Covid hin oder her, glücklich gewirkt.

Du eingesperrt mit Büchern….

Samstag

Die Taktik von X. Ist aufgegangen.

Arktische Luftströme permanent

Und FFP2 Maske+ Isolierung der kontaminierten Person, haben dazu geführt, dass alle unbeschadet das Krisengebiet umrundet haben.

Tag 9: der Schnelltest erst schwach, dann deutlich positiv.

Der Kopf funktioniert. Der Körper nicht.

Wells ausgelesen, Dr.Faustus beende ich morgen.