Freitag mit obdachlos

Karla und ich flanierten unter den Arkaden, als ein Obdachloser mit voll beladenen Bollerwagenähnlichen Gerat an uns vorüber zog.

„Ich weiß nicht wozu ich da bin!“ Ich hasse dieses Leben. Ich hasse diese Welt! Wozu der ganze Scheiss! Was soll das?“

Er blieb an einem Schaufenster stehen.

Hilft wahrscheinlich nicht“, sagte ich, „aber wenn sie wollen können sie sich davon einen Kaffee kaufen. „

Es waren zwei Euro, nichts von Belang. Aber er strahlte, bedankte sich und begann zu resümieren, wann denn der Tag wäre wo das Fest stattfinden würde.

Er lächelte auch später noch.

Ich wünschte ich könnte das.

Gearbeitet. Ich liebe diesen Job, das bleibt.

Ein wunderbarer Tag. Shoppingtour und Frühstück mit Karla. Später diese coole Arbeit. Und am Wochenende ist in meiner Straße, mit der neuen kleinen Wohnung immer immenser Publikumsverkehr. Man braucht kein Fernsehen.

Dienstag mit Lied

Aufgewacht nach einem Traum : Flashmob in der Kirche. Eine Geige und ein Typ am Keyboard spielten ein Lied von Grönemeyer. Die gesamte Kirche erfüllt vom Hall , Publikum sammelte sich.

Im wirklichen Leben:

Anna feiert ihren zwanzigsten.

Große Vermissung.

Das Ebike gegen ein selbst zusammen geschraubten Fahrrad eingetauscht. Quer durch die Stadt zur nächsten Einarbeitung. Ein paar Vertretungsschichten am Rande Kiels.

Besuch von B. Im Schrevenpark hatten wir uns vor 19; 5 Jahren kennengelernt. Weder Anna noch Mila waren des Laufens schon mächtig, aber sitzen in der Sandkiste ging. Stell dir vor hatte B. damals gesagt, mein Mann sollte heute wickeln. Er hat die Windel falsch rum angezogen, die feuchtigkeitsabweisende Seite nach innen

Ich hatte damals gedacht, dass Annas Vater so etwas niemals passieren würde und das machte mich freudig gestimmt fast stolz.

Zurück zum Traum: ich wollte eine Rede halten von der Empore der Kirche. Aber der Pfarrer legte dem Arm lächelnd um meine Schulter, schüttelte sanft den Kopf und hielt mir den Mund zu.

Das Lied war überall. Der Keyboarder fast im Trance sang mit jeder Faser seines Seins.