Immer noch Samstag

Doch, doch sage ich. Ich habe es wahrgenommen. Es war nicht zu übersehen.

Endlich wieder in der Bibliothek gewesen. Duras “ Der Schmerz“,

Francoise Sagan “ Bonjour Tristesse“

Jerneja Jezernik „Alma M.Karlin“

Antje Ravik Strubek “ Blaue Frau“

Weiss gar nicht was ich in den vier langen Wochen ohne Arbeit machen soll, wahrscheinlich erst Mal durchschlafen.

Oder schreiben, das sagt Julius. Da war doch das Fragment über den Großvater.

Samstag mit Tafelbild

Es gibt eine Tafel in meiner neuen Wohnung. Die neue Wohnung ist nun Erstwohnsitz.

Sie beherbergt eine Tafel auf der sich jeder Besucher verewigen darf mit Kreide. Vier Bilder bisher. Ich arbeite viel. Die Wohnung ist klein.

Außer Anna, Julius und Karla ist nur Branka hier gewesen auf einen Kaffee.

Es klingelt. Julius steht in der Tür. „Die Wohnung ist schön“, sagt er und fährt mit der Handfläche über die Küchenmöbel. Selbst gebaut (nicht von mir) und wirklich sehr ansprechend.

„Julius, die Besucher in meiner Wohnung verewigen sich auf diese Tafel. Julius nimmt Kreide. Die Striche gezielt und sicher, ein Porträt innerhalb von 30 Sekunden. Ich schicke das Bild der Bildhauerin. Kannst du mir das auf eine Kachel brennen? Ich gebe mein Bestes schreibt sie.

Julius erzählt von Norwegen, Chemie und dem Stück welches er gerade auf dem Cello spielt. Bitter sweet

von Apocalyptica

Diese wunderbaren Drei

Mittwoch mit freier Nachmittag

Erster freier Spätnachmittag in diesem Monat. Es klingelt.

Anna steht in der Tür. Am Bootshafen lassen wir uns nieder. Meine großartige große Tochter. Sie erzählt von ihrem dualen Studium, dem Roadtrip nach Kroatien, dem Motorradführerschein. Wie habe ich sie vermisst. Und ich bin verdammt stolz auf sie.

Die Stadt glüht noch. Vom Rathausplatz tönt die Sommeroper herüber. Carmen.

Später vorm Supermarkt will ich einem zwei Euro in den Hut legen, aber ich finde sie nicht. Sage entschuldigent. „Tut mir leid, ich habe kein Bargeld.“

„Macht nichts“, sagt er, „ich arbeite noch an einem Kartenlesegerät.“ Wir unterhalten uns über Ausreden, das sei eine Standard ausrede. „Aber es ist die Wahrheit“, sage ich . „Sie sind nett“ sagt er. Und „bleiben sie so.“

„I try.“

Noch später sitze ich auf dem Fensterbrett. Jemand singt ein Lied gegen Kubitschek und gedeckter Kunstfreiheit.

Vier lange Wochen Nichtstun liegen vor mir. Das macht mir Angst. Lese ein wenig, lese Verschiedenes. Den Film von Almodovar gesehen.

Dienstag mit Maqudous

Bis in den späten Abend gearbeitet. Ich will es so. Nach sechs Stunden Schlaf aufgestanden.

Der der über mir wohnt war gnädig und unterliess seine nächtlichen Wanderungen über knarrende Dielen.

Mein Gott was tut er. hatte Karla gefragt. Wie kann einer von Mitternacht bis sechs Uhrmorgens durchgehend hin und herlaufen?.

Manchmal fährt er sogar Rollbrett, sage ich. Keine Ahnung was dahinter steckt. Ich hab mir Ohropax gekauft. Es hilft.

Heute morgen Maqudous zum Frühstück gegessen. Göttlich.

Maqdous – Eingelegte Baby-Auberginen

Esma hatte mich in die Geheimnisse des arabischen Supermarktes eingeweiht. Ich kaufte winzige Auberginen.

Ich bring dir Maqudous in einer Konserve mit. Du kannst schauen ob du sie magst. Es ist viel Arbeit, wenn man es selbst macht und braucht Zeit. Esma brühte starken Kaffee mit Kardamon geschmack und erzählte über ihre Familie die nicht mehr in Syrien sondern in einem angrenzenden Land lebt.