Freitag mit Sartre

Sartre’s große Frage Mitte der vierziger Jahre lautete: Wenn wir davon ausgehen, dass wir frei sind, wie können wir unsere Freiheit in einer so herausfordernden Zeit konstruktiv ausüben?

….forderte er seine Leser auf zu wählen, in was für einer Welt sie leben wollen, und sich dafür engagieren.

Von nun an, schrieb er, müssten wir uns stets vor Augen halten, dass wir über die Mittel zu unserer Selbstvernichtung, ja vielleicht zur Auslöschung des gesamten Lebens auf unserem Planeten verfügen. Wir selbst seien die Herren unseres Schicksals. Wenn wir weiterleben wollen, so Sartre müssen wir uns bewusst für das Weiterleben entscheiden. Das war Philosophie für eine menschliche Spezies, die sich selbst das Fürchten gelehrt hatte,….”

“Café der Existenzialisten” von Sarah Bakewell

Donnerstag mit Grace O Malley

Immer noch im zwölften Kapitel (Ulysses- James Joyce)

werden am Stammtisch nun revolutionäre Reden geschwungen, durchaus polemisch.

Spannend wird es mit Grace O Malley: “irische Stammesführerin, die besonders als Kapitänin und Piratin berühmt wurde. Und in dem Ruf stand, alle Rebellionen der Provinz zu unterstützen. “

Mittwoch mit: im Herzchakra Sankt Paulis

Kleines Café, Bässe, Joyce ergeht sich noch immer im Karrikieren von irischen Heldenmythen.

Ermüdend.

“Also, soll ich dir das zeigen?”, fragt jemand am Nebentisch. Ein Mittvierziger-Typ gediegen.

Der andere auch- Mittvierziger-ebenfalls gediegen. Er zeigt alle Chakren von Kopf bis Fuß. Benennt sie: Herzchakra.

‘Jetzt reisen wir durch die Chakren und sagen immer ein und denselben Satz. “

Das mit Ulysses wird hier nichts.

Packe meine Sachen, vorbei am Dom. In den Bunker.

Hamburg hat was. Der Bunker auch.

Irgendwie Ähnlichkeit mit dem Goetheanum.

Dienstagstelefonat-Hund in der Pfanne

Bild oben “Saskias Werk-Telefonkritzelei”

Kurz vor Mitternacht. Saskia und ich telefonieren seit drei Stunden.

Georgia O Keefe hatte einen Chow Chow.”

Weiß nicht Saskia, die sind mit Vorsicht zu genießen.

Luise hat mir mal einen Mops empfohlen. Gut zum Lesen, hängt nur ab.

“Oh nee, keinen Mops!”

Aussies sind cool, wollen aber viel Input.

Warte mal, ich hatte einen Westhighlandterrier. Der war Klasse.

Hatte ich mir von der Schweiz eingeschleust. Mit eurythmischen Namen. Von der Größe her kein Hund, eher so ein Mittelding zwischen Katze und Hund. Super frech und dickköpfig.

“Ich mag ja eher so Irische Wolfshunde.” Aber in ner Stadtwohnung. Als ich früher noch in einer WG gewohnt habe, hatte mal jemand ne Dogge mit. Wir saßen praktisch um die Dogge drum rum, auf dem Boden und immer wenn sie mal aufgestanden ist um sich zu drehen, fiel etwas um.”

Pudel?

“Nee.”

Immer noch Dienstag mit Gesang der Löwin

” Du kannst meinen Fluss nicht bändigen.

Du willst mich auslöschen, ich aber werde nicht weichen von dieser Stätte.

Ich werde weiter tanzen, so lange ich mich halten kann.

Meine Stimme wird zu hören sein, so lange ich lebe, in Wut, Getöse und Erhebung.

Du kannst meinen Fluss nicht bändigen.”

Aus die Löwin des Iran- Simin Behbahani

Donnerstag

Unter Mondlicht zur Arbeit gegangen. Regenbeglänzte Straße.

La Lumiere jairra.

Das Licht wird leuchten.

Stille. Nur aus einer Bar sind zwei Frauenstimmen zu hören. Schwer zu sagen ob sie das Etablissement betreten oder verlassen, aber ich bin mir sicher es sind Bronze und Gold.

Lichterketten

Später: sag nicht positiv sagt Qu. Ich hasse das Wort.

Weil positiv negativ ist ? Ja.

Noch später: ach sage ich, ich kann mich auch in Rage reden.

https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/iran-die-toedliche-zurueckhaltung-angesichts-der-proteste-kolumne-a-67022aa5-d99a-4748-9921-559a7cae8417

Zum Beispiel bei diesem Thema. Die Menschenrechte zählen bedingt, Atomdeal, Öl, Erdgas.

Die Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss fesselt mich

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