Proust lesen Tag 79-Guermantes-Telefonfräulein

Proust:

Telefonfräulein: „wachsame Jungfrauen, deren Stimme wir täglich hören, ohne je ihr Gesicht zu kennen, und die unsere Schutzengel in jenem schwindelerregenden Dunkel sind, über dessen Pforten sie eifersüchtig wachen.“

Das Telefon eine neue Errungenschaft mit Stolperfallen. Da beginnt das Stück Holz( Telefonhörer) zu reden, es schwatzt vor sich hin ohne einen Empfänger zu haben. Oder aber: Marcel wird ans Telefon geholt, er erwartet seine Großmutter und erschrickt vor der fremden Stimme mit dem fremden Akzent, eine Verwechslung.

Diese Neuerung macht Angst, Stimme ohne Gesicht, Mimik und Gestik, mit Telefondanaiden die dazwischen reden.

Rückkehr nach Guermantes: nachdem die Großmutter ihrem Wunsch Ausdruck verliehen hat, er möge doch noch weiter in Doncieres bleiben, sie hätte den Eindruck es ginge ihm dort gut, beschließt Marcel seine Abreise.

Kiel/Krusendorf

rpt

rpt

8 Gedanken zu “Proust lesen Tag 79-Guermantes-Telefonfräulein

  1. Mit Proust habe ich zum ersten Mal begriffen, was das für eine ‚revolutionäre Idee‘ für die Zeitgenossen gewesen sein muss, eine (vertraute) Stimme zu hören, ohne das sie im Raum anwesend war. Thema kommt nochmals – dann aber mit Tränen.

  2. Mein Beitrag ist weniger niveauvoll… Bei Telefonhörer musste ich nämlich spontan an Catweazle denken :Magischer Zauberknochen, sprich zu mir 🙂 Ach, diese Serie habe ich geliebt. Und was den Rest angeht :Man erschrickt doch immer noch, wenn nicht die erwartete Stimme am anderen Ende ist, umso mehr bei den Handys.

    • Kenn ich gar nicht…Ja das stimmt, man erschrickt immer noch. Mittlerweile ist ja das Telefonklingeln schon fast wieder abgelöst von dem Läuten der Messenger Dienste. Dann muss man hoffen, dass man man mit den Emojis den richtigen Ton trifft oder Sprachnachrichten senden.