„Gott hilf dem Kind von Toni Morrison-Leseeindruck

„Es ist nicht meine Schuld.“

Das sagt Sweetnes, als sie ihr Kind betrachtet. Es wird vor ihren Augen blauschwarz.

„Auch wir sind rassistisch“, sagt Sweetnes deren Haut Milchkaffebraun ist. „Wir machen uns mit den Blauschwarzen nicht gemein.“

Dieses Kind wird physisch ausreichend versorgt werden, geliebt, umsorgt, wahrgenommen wird es nicht.

Zu groß ist die Scham über den blauschwarzen Makel.

Und so wird es im Alter von acht Jahren eine Lüge im Gerichtssaal erzählen, weil es weiß, dass es von ihr erwartet wird. Um einmal die Hand der Mutter halten zu dürfen, bringt sie mit einer Falschaussage eine Unschuldige für lange Zeit ins Gefängnis.

Im Alter von zwanzig Jahren hat Bride sich zu einer makellosen Schönheit entwickelt, sie macht Karriere, hat sich einen Panzer zugelegt.

Es geht ihr gut, bis eine Liebesbeziehung die eiternde und nicht verschorfte Kindheitswunde aufbrechen lässt. Gleichzeitig beginnt sich ihr Körper zu verändern. Die Körperbehaarung verschwindet ebenso wie ihre Brüste. Ein Reise zu sich selbst beginnt, in der Symbolik einer äußeren Reise.

Am Ende wird sie ihren Liebhaber wieder gefunden haben, der sein eigenes Trauma zu bewältigen sucht.

Wird sie ein Mädchen kennenlernen, dass aus üblen Verhältnissen an Land gespült wurde, wird es beschützen, ihr zuhören und sich selbst wieder in eine Frau verwandeln.

Das ist pointiert ins Bild gebracht, die Suche nach sich selbst, Verfehlungen ,Veränderungen, Annahme und Reife. Die Suche nach dem wahren Selbst.

Wunderbar geschrieben.

Ich habe mir dieses Buch nun im Original bestellt.