Flüchtlingskrise, Medikamentenengpass und Anderes- 1.Dienstag im März

J. war erzürnt, dass die Leute sich die Keller vollräumen und nicht einen Gedanken daran verschwenden, dass an den Grenzen zu Griechenland die Menschen wirklich existenzielle Not leiden.

„Ich glaube“, sage ich, dass es daran liegt, dass man da persönlich kaum einwirken kann. Die Karten mischen da Andere und ich kann mir nicht vorstellen, dass Petitionen helfen. Bei den Kellern hast du es in der Hand. Ich kann nicht an die Grenzen fahren um den Menschen dort zu helfen. Das Problem ist, dass Europa sich raushält aus Syrien. Eigentlich hab ich aber keine Ahnung von Politik.

Ich bin müde von der Arbeit gekommen. Immer wieder bekommen wir händeringende Anfragen nach einem freien Platz. Die Länge unserer Warteliste erwähne ich lieber nicht. In meinen Augen hat das Konzept der Inklusion zum Teil versagt. Wir erleben tagtäglich die Not derer die anfragen. Und man muss sagen: die Not ist groß.

K. wollte seine Medikamente, auf die er angewiesen ist, holen. Überraschung: diese Medikamente waren nicht mehr erhältlich und das betroffene Organ muss jetzt sich selbst helfen. Das Auslagern der Produktion zeigt in solchen Zeiten Schattenseiten.

Z. ist mit hohem Fieber erkrankt und nicht mehr die Jüngste, getestet wurde sie trotzdem nicht. .

Einen langen Spaziergang gemacht. Graureiher, Blesshühner, Wildgänse, blühende Sträucher und ein deutliches Gefühl von Frühling.

18 Gedanken zu “Flüchtlingskrise, Medikamentenengpass und Anderes- 1.Dienstag im März

      • Im Moment allgemein…wenn man die Nachrichten anschaut. Die Flüchtlinge, die Corona Auswirkungen und ja auch ein bisschen das Hamstern, wobei ich es fast verstehe. Es ist so präsent, dass man vielleicht schnell mehr kauft als eigentlich aktuell nötig.

      • Ja, das sehe ich auch so. Hamstern verstehe ich nicht, aber dass die Medikamente an manchen Stellen knapp werden, das beunruhigt mich. Das die Desinfektionsmittel gehamstert werden, ist besonders fùr die Menschen schwierig die es brauchen, denke an Sondierungen, Spritzen etc.

      • Stimmt – für die meisten reicht gründliches Händewaschen.
        Das mit den Medikamenten empfinde ich auch so. Meine Notfall Allergie Spritze ist ab und an einfach nicht lieferbar. Bei mir sind es Krustentiere, die ich leicht weglassen kann, aber bei anderen Allergien ist das durchaus ein Problem.

  1. Nun wollte ich hier ein paar Zeilen hinterlassen. So viele hatte ich schon fertig geschrieben – und dann doch wieder gelöscht.

    Manchmal habe ich das Gefühl, erst spielten die Menschen verrückt, jetzt antwortet das Leben – auch verrückt.

    Flüchtlingskrise. Viren. Angst schüren. Medikamente nicht lieferbar. Klimakrise. Hochwasser. Stürme. Kriege…. Wo führt das alles hin? Was können wir tun?

  2. Ja,
    wie derzeit im Kriegsgebiet wieder neue Fluchtbewegungen produziert werden, das finde ich grausam und unmenschlich.
    Dass heute die EU-Kommisisonspräsidentin deswegen an die griechische Grenze gereist ist, unterscheidet sie deutlich von ihrem Vorgänger.
    Eine Zeitungsnotiz sagt, dass alle Ankommenden in den Erstaufnahmeeinrichtungen – in Bayern Anker-Zentren – nun auch auf den C-Virus gestestet werden. Demnach habe es bisher keinen Fall gegeben.
    Bei alledem: glauben, lieben und hoffen
    herzlich Bernd

  3. Europa (insbesondere GB und Frankreich) hat sich leider nicht aus Syrien rausgehalten, sondern ist einer der Spieler in diesem miesen Spiel. In Syrien findet ein Proxikrieg statt. Rheinmetall meldet das erfolgreichste Jahr – deutsche Waffenverkäufe konpensieren die Einbrüche bei den Autoverkäufen.
    ich glaube nicht, dass es nicht darum geht, ob Petitionen in der Flüchtlingsfrage helfen. Vielmehr geht es darum, dass es sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was in solch einer Petition drinstehen sollte. Was denkst du denn, sollte drin stehen? Dass alle Mühseligen und Beladenen in Europa willkommen sind? Das die Türkei gefälligst gegen Cash alle Flüchtlinge, egal woher, behalten soll? Soll, wie Dublin es vorsieht, Griechenland alle behalten … bis auf weiteres? sie auf einer Gefangeneninsel festsetzen wie die Australier? Soll drinstehen, dass Rheinmetall seine lukrativsten Branchen – den Verkauf von Waffen – zumacht? Was von allem?
    Dein Arbeitsfeld zeigt dir die Grenzen: will man allen gerecht werden, wird man niemandem gerecht.
    Zu „Erstaufnahmelagern“, Arnold, – wo angeblich Tests stattfinden. Wo denn? In Libanon, Türkei, Jordanien (dort sind die „Erstaufnahmelager“)? In Griechenland, das sich mit großer Mühe gegen den inszenierten Ansturm von Flüchtlingen aus aller Welt wehrt und selbstverständlich nicht die Ressourcen hat, um alle, die es doch schaffen, angemessen zu versorgen und zu testen? (3/4 der -zigtausende, die grad vor Griechenlands Grenzen stehen und reinwollen, um nach „Europa“ zu gehen, kommen nicht aus Syrien, sondern aus Afganistan, Irak und afrikanischen Ländern. Aus dem umkämpften Idlib kommt niemand in die Türkei rein, die Grenze ist hermetisch dicht. Wer aus Idlib flieht, bleibt in einem „Erstauffanglager“ in Syrien selbst hängen).
    Mit Verlaub, Margarethe: es handelt sich um eine Krise. Das heißt ja nicht, dass es keine Aufgabe ist. Es wäre allerdings sinnvoll, diese Aufgabe so zu beschreiben, dass sich Lösungen abzeichnen. Das ist bisher nicht geschehen, daher die krisenhafte Zuspitzung.

    • Wie gesagt, zur politischen Situation vermag ich nichts zu sagen. Wäre an der Zeit das Mal in Angriff zu nehmen. Zum Thema allen gerecht werden : Inklusion könnte zu grossen Teilen gelingen, wenn die Bedingungen dementsprechend wâren. Es geht mir darum, dass es Kinder gibt die einen kleineren Rahmen brauchen, geschùtzter , den aber nicht bekommen können, weil die heilpâdagogischen kindergārten wie auch die Förderschulen erheblich abgebaut wurden.

      • Selbstverständlich, Xeniana, könnte…. wenn die Bedingungen….. Das ist ja eben die Crux.
        Kennst du Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“? Ich würde dies Drama jedem gern zum Lesen anempfehlen.

        Wiki-Zusammenfassung: Obwohl deutlich wird, dass der Anspruch der Götter, »gut zu sein und doch zu leben«, in dieser Welt nicht erfüllbar ist, ohne dass sich der Mensch in eine moralische-gute und lebensfähig-harte Persönlichkeit aufspaltet, ignorieren die Götter diese Erkenntnis. Das Ende bleibt offen und der Zuschauer wird aufgefordert, eine eigene Lösung zu finden.

    • M.E. habt Ihr insofern beide recht, daß es eine Krise GIBT – aber eben nicht hier in Deutschland, auch wenn Deutschland nicht unerheblich beteiligt ist.
      Selbst 2015/16 fand ich es absolut albern zu behaupten, daß es hier bei uns eine Flüchtlingskrise gebe, schon erst recht danach. Aber so wurde der Begriff inflationär verwendet: als Beschreibung für HIESIGE Geschehnisse.