Samstag mit Bibliothek im Lockdown und Happy Homeoffice

Lange bin ich nicht mehr in der Stadt gewesen. In der Holtenauer Straße ist vom Lockdown wenig zu sehen. Die Geschäfte verkaufen außer Haus. Die hell erleuchteten Bäckereicafes strahlen einen Hauch Normalität aus.

Ich fahre auf den Parkplatz der Bibliothek. Ein großer Hinterhof, setze die Maske auf. Die Schiebetüren öffnen sich wie gewohnt, aber ehe ich eintreten kann, schiebt sich mir ein kleiner Wagen entgegen. Ich sehe es auf den ersten Blick. Madame Atwood fährt mir entgegen: Aus dem Wald herausfinden. Natürlich entbehrt es den Reiz des Stöberns, aber eine gute Zwischenlösung ist es allemal.

Zuhause gehe ich das Buchregal entlang. Es muss nicht immer Proust oder Hannah Arendt sein.

Ich sammle Clarissa Pinkola Estes, Gianconda Belli, Connie Palmen, Daniel Schreiber, Joanne Fedler, Anne Donath, Tetje Mierendorf. Haruki Murakami und Erling Kagge ein. Sie dürfen eine WG bilden in diesem Monat. Ich ziehe mit ein.

Umbruchzeit, ich spüre es deutlich. Zeit der Suche.

Der Karakatschan hebt die Nase in den aufkommenden Wind und sieht mich mit undurchdringlichen Blick an. „Pass auf, mach langsam, es ist spiegelglatt.“