Dienstag mit Angst

Es ist nicht so, dass ich voller Freude zum Impftermin laufe, vielleicht laufe ich auch nicht. Ich bin hin und hergerissen zwischen Fremd und Eigenschutz.Ein erhöhter D-Dimere Wert.

Ich dürfte ab heute Abend 17.00 Uhr mir einen Termin holen. Aber will ich das auch? Astra Zeneca macht mir Angst. Und gegen Angst lässt sich schlecht intellektuell argumentieren. Die Angst bleibt. Der Gatte fragt, ob er denn dann meinen Impftermin haben dürfe.

Ich bin durchgeimpft, manchmal sogar auch gegen Grippe. Dieses Mal ist es anders.

Ich habe Angst.

Und sonst: Am Sonntag an der Nordsee gewesen, mit Bulli und ich saß am Steuer. Die Fahrangst blieb aus, ich hatte Spaß an der Tour, nur die Autobahn ist nicht meins. ZU schnell.

Die endlose Weite des Strandes, dass Meer hatte sich zurückgezogen. Der Karakatschan zog immer längere Kreise, in der wilden Lust am Wind und der endlosen Weite. Ein Vogel sang hoch und trillernd, der salzige Geruch nach Algen und Tang

Am Vogelhäuschen haben sich zu den Blau und Kohlmeisen auch Schwanzmeisen gesellt. Ein Gimpelpärchen, ein Stieglitz (was für ein lustiger Vogel), ein Kleiber, Amseln , Sperlinge und leider Türkentauben.

Ich lese: Dostojewskij der Spieler und Clarissa Pinkola Estes

9 thoughts on “Dienstag mit Angst

  1. Mich stört einfach, dass ich mich rechtfertigen muss, weil ich mich nicht impfen lassen möchte. Ich möchte mir Zeit lassen und nicht dem jetzt verordneten Hoppla-di-hopp folgen. Da ich meine Kontakte steuern kann (nicht mehr berufstätig, allein wohnend, zwar irgendwann wieder an kulturellen Veranstaltungen teilnehmend, aber da gibt es Schnelltests) bin ich natürlich in einer Lage, mir das aussuchen zu können.
    Wenn Du ein ungutes Gefühl hast, dann warte ab, wenn es beruflich geht, denn Deine Angst solltest Du nicht unterschätzen.
    Lieber Gruß zu Dir, Karin

  2. Der Vergleich mit dem Judenstern ist nicht nur geschmacklos, sondern auch unsäglich dumm. Angst vor der Impfung? Ich habe Angst vor einer Infektion und lasse mich bei der nächstmöglichen Gelegenheit impfen. Mir sind zu viele Menschen unterwegs, denen es schlicht wurscht ist, ob sie infektiös sein könnten oder nicht. Mit Abstand und Maske braucht man denen auch nicht zu kommen.

    Meine Frau hat vor kurzem die Erstimpfung mit Astra-Zeneca bekommen. Es ging ihr einen Tag lang nicht gut, matt und abgeschlagen, danach war alles wieder ok. Die schweren Komplikationen liegen im Promille-Bereich, sie werden aber von interessierten Kreisen aufgebauscht. Übrigens die selben, die solch unsägliche Vergleiche anbringen.

    Wir werden der Pandemie nur mit Impfung Herr, anders geht es nicht. Für meinen Teil befürworte ich auch eine Impf-Pflicht für solche Lagen, wer das nicht möchte, sollte nicht nur Strafe zahlen, sondern auch seine potentiellen Behandlungskosten selbst tragen, im Infektionsfall. Lässt sich leider derzeit politisch nicht durchsetzen…

  3. Ich bin auch nicht ganz angstfrei in die Impfung gegangen, es ist halt etwas ganz Neues ,von dem niemand sagen kann, ob die Entscheidung pro oder contra Impfung in zehn Jahren die richtige gewesen sein wird.
    Aber aufgrund meines Berufs und auch der,die mir mir zusammenleben (Intensivstation, Einzelhandel, Pflege-WG, Kita) war es zumindest vom heutigen Standpunkt aus mehr als vernünftig.
    Vertragen habe ich sie leidlich, mich nach beiden Impfungen zwei Tage kränlich gefühlt, aber das wars auch.