Samstag mit Dicksein-das kriegt man nicht mehr weg-Embrace

Es bereitet mir Kopfzerbrechen, wann ich das letzte Mal einen Seitenhieb auf meine Figur einstecken musste. Es ist Jahre her.

Heute ist es passiert. Die Veranlagung zum Dicksein, die würde man nicht mehr rausbekommen, Seitenblick zu mir. Das würde bleiben. Man hätte einfach immer Hunger. Lina und ich waren spazieren.

Kann sein , dass ich dieses Gespräch aus dem Zusammenhang reiße. Fast hätte ich gesagt: „Der eine isst, der andere raucht. “ Vielleicht interpretierte ich aber auch irgendwas rein, also liess ich es lieber. Eigentlich ging es um Kinder im Lockdown und der Bewegungslosigkeit.

Sag mal Lina, hattest du auch das Gefühl, dass das ein Seitenhieb auf meine Körperfülle war. „Ja“, sagt Lina „war leider unüberhörbar.“

Zu Hause erzähle ich von dem Erlebten. Anna sagt belustigt: „Ich werde nie verstehen, warum man Leute so einsortieren muss. Wer dick ist ist dick, wer Sport machen will macht Sport, gut ist. Wer warn das?

„Kennst du nicht sage ich. Jedenfalls studiert, spirituell geschult, künstlerisch, ein besserer Mensch und eben nicht dick.

Anna schüttelt den Kopf. Ich wiege 84 kg bei 169 cm. Und ich frage mich, wie sich wohl Menschen fühlen die so etwas öfter ausgesetzt sind. Dieser Arroganz, der Verurteilung, fast Verachtung. Ich mache was ich meistens mache wenn ich mich ärgere . Ich fahre ans Meer.

Lese: Caroline Emcke: Journal und Embrace

13 thoughts on “Samstag mit Dicksein-das kriegt man nicht mehr weg-Embrace

  1. Ich verstehe nicht warum man Menschen überhaupt beurteilen muss nach ihrem AUSSEHEN, ob mehr oder weniger körpergewichtig. Und warum es schmerzt, wenn es sich einer erlaubt einen in eine Kategorie zu stecken. Eine Ärztin betitelte mich als : adipöse Patientin“, ich hab in etwa deine Körpermasse. Sie wog die Hälfte. Und es tut heute mich weh. Und es tut auch weh, wenn die Freundin meines Exmannes unseren Sohn darauf hinweist er müsse mehr essen, er sei ziemlich zu dünn. Was fällt ihr ein? Und warum tut es weh? Brauchen wir denn ein positives Feedback von diesen pfeifen? Gibt es nicht genug Menschen die uns so wahrnehmen wie wir sind? Ich möchte das noch mehr üben, zu mir zu stehen und micj von sowas nicht mehr irritieren zu lassen. Liebe Grüße und schöne Ostern. 🥰

  2. Es sind die Schubladen in den Köpfen. Die Schlanken schiessen gegen die Dicken und umgekehrt ist es leider auch so. „Die kotzt sicher alles aus, was sie isst.“ Nicht nur einmal hintenrum gehört. Und wenn ich mal keinen Apetit habe, möchte man mich mit Sahne und Öl volllaufen lassen, findet, es sei kein Wunder, sei ich so dünn. Ich werde „minus“ genannt, weil ich eher dünn bin. Und alle schauen, was ich esse, wann, wie viel. Und entweder kann es nicht sein, dass ich so viel esse, oder aber es ist klar, wieso ich so dünn bin.

    Das tut auch weh. Nur glaubt man das nicht, wenn man dieses Problem nie hatte.

    Und ab und an hoffe ich auf eine Welt, in welcher jeder sein dürfte, wie er ist.

    Liebe Grüsse zu dir

    1. Danke für deinen Kommentar, doch ich weiss dass es diese Problematik auch gibt , wenn man schlank ist. Wirklich auch unangenehm sich immer gegen eine vermutete Essstörung zu wehren. Ja es sind die Schubladen in den Köpfen. Und auch ich würde mir wünschen, dass man einfach sein kann und sein lässt. Liebe Grüße Xeniana

  3. Wenn du selbst keinen echten Grund siehst, dein Gewicht zu ändern: was kümmern dich dann die Urteile der anderen? Man muss abwägen: ist mir das Schlanksein so viel wert, dass ich dafür das mäßige Essen zur Regel machen möchte? Nein? Dann esse ich, und zwar mit Genuss. Ja? Dann halte ich mich an meine Diät. Manchmal ja, manchmal nein? Schwierig, Jojo und unglückliches Lebensgefühl.

  4. Ich bin auch sehr dick – meistens achte ich auf die Blicke nicht mehr – aber manchmal kommt man nicht drum herum. Dann starre ich halt zurück. Aber es trifft einen immer.
    Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht – die Leute, die einen mögen, sehen nicht mehr das äussere. Obwohl mich letzt auch ein Kollege angesprochen hat – ein guter Kollege, mit dem ich schon lange arbeite – da hat es mich auch nicht so getroffen, da er ernstes Interesse gezeigt hat, warum ich so auseinander gegangen bin. Wohl hat man über mich gesprochen, dass ich zum Anfang in der Firma ja schon dünner war….Naja – es gibt keine Erklärung – ist halt so…aber trotzdem es nicht mit irgendwelchen seltsamen Bemerkungen gespickt war – es war seltsam.
    Sobald etwas augenmerklich, negatives auffällt, wird man immer von irgendjemanden einen Kommentar oder Blick bekommen. Leider.

    Frohe Ostern
    🐰🐰

    1. Wenn es jemand Anspricht aus Sorge, finde ich das auch noch mal etwas anderes. Generell ist dieses fixiert sein auf den Körper so materialistisch und blöd. Na klar spielt die Gesundheit eine Rolle, aber ich finde immer noch es ist die Sache jedes einzelnen. Manche Leute nehmen Cortison oder so.

  5. 😀 wenn dir wieder einmal so eine Bemerkung an den Kopf fliegt, denke daran, was du der älteren Dame beim Einkaufen sagtest: „…Er hat das Problem, nicht sie…“ Mir kommen dabei gerade Worte aus der Bergpredigt in den Sinn: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? “ (Matthäus 7,3) Man sieht, die Bibel hat noch nichts an Aktualität verloren 😀 Liebe Ostergrüße. Manuela