Samstag mit Lina und Villa

„Hat sie wirklich die gesamten zwei Jahre nur kaltes Wasser gehabt?“

Das frage ich X. als er darüber sinniert wie die Dusche in der Villa zu aktivieren sei.

„Ja. Erinnnerst du dich. C., dieser Besuch aus Havanna, hatte gesagt, das sei ja wie in Cuba.“

Lina traf ich eines Abends beim Gassigehen. Es dämmerte bereits.

Während Ubu und Edda über die Wiese tobten, kamen wir ins Gepräch.

Drei Monate später zog Lina in die Villa. Die Villa vermutlich in den Nachkriegsjahren ein Stall.

„Ich will nach Cuba. Und das Gehalt reicht einfach nicht um zu sparen, obwohl ich eine 50 Stunden Woche habe.“

Lina zog in die Villa, half bei der Kinderbetreuung, der Gartenarbeit, dem Hausputz. Im Gegenzug bezahlte sie keine Miete.

X. studierte in dieser Zeit zusätzlich zur Arbeit. Auch ich arbeitete und hatte an den Wochenenden Fortbildungen. Dieses Abkommen rettete uns alle. Lina blieb zwei Jahre, bevor sie im Sommer 2014 nach Cuba aufbrach.

Heute versuche ich die Kochzeile und das Bad der Villa für mich bewohnbar zu machen. Das Kochen im Wohnwagen möchte ich vermeiden.

Ich denke zurück.

Link des Tages: Roberto Passarottohttps://www.businessinsider.de/karriere/arbeitsleben/roberto-passarotto-baut-alten-wohnwagen-um-2019-11/