Sonntag mit “ Auf der der Suche nach der verlorenen Zeit/Die Gefangenene“/Marcel Proust-Seite 1-5

Nach jahrelanger Abstinenz nun wieder hier bei Albertine und Marcel.

Im Zug, der erst in Prag sein Ziel erreicht haben wird, lesen Karla und ich; uns gegenüber sitzend.

Der Atem unter der Maske lässt meine Brille beschlagen, was das lesen erschwert. Gleissendes Morgenlicht fällt durch die Fenster des EC.

Marcel hält Albertine vor den Augen der Welt verborgen. Ihre Seereise hat sie abgesag, lebt mit Marcel in der Pariser Wohnung- gefangen.

Man weiss nicht wie es Albertine geht, bis vielleicht auf die stille ergebene Sanftmut des allabendlichen Kusses.

Marcels Eifersucht ist befrieden. Albertine ist von ihrem Umfeld abgeschnitten. Jetzt wo er sich ihrer sicher ist, liebt er sie kaum, empfindet sie als langweilig.

Marcel geht es so:

“ Mit einemmal ließ die Sonne dann dieses Glasgekräusel in gelbem Licht erstrahlen, vergoldete es und legte in mir behutsam einen jungen Mann aus früheren Tagen wieder frei, den die Gewohnheit lange verborgen hatte, wobei sie mich in einen Erinnerungsrausch versetzte…“