Mittwoch mit Gleichklang- Unterwegs in Dresden- Hygienemuseum und Proust lesen – Die Gefangene

Höre Lohengrin während ich abwasche und erinnere mich vor einigen Tagen Descartes gehört zu haben, während ich im Fitnessstudio die langweiligen Routinen vollzog.

Ein Gleichklang. Karla will Shakespeare lesen und findet ihn am Wegrand. Es gibt noch weitere fast mit Symbolismus behaftete Augenblicke die mich staunen lassen. Irgendwie sind wir gerade im Einklang mit dem Universum.

Hygienemuseum: steriler Name für ein wunderbares, interaktives Museum. Wirklich absolut empfehlenswert.

Uns hat ein kleiner Film besonders beeindruckt, den man mit unterschiedlicher Musik unterlegen konnte( Action, Drama, Comic). Man hatte das Gefühl drei unterschiedliche Filme zu sehen.

Low Budget Dasein: wir frühstücken morgens ausgiebig und kochen abends. Keine Strassenbahn, kein Bus, kein Kaffee oder Eis in der Stadt. In die meisten Museen kommt Karla noch umsonst.

Es fühlt sich an wie damals auf meiner Interrailreise und den Monaten danach, in denen ich unterwegs gewesen bin, nur habe ich nicht so schön gewohnt wie jetzt.

Eigentlich hätten wir nach Leipzig Schluss machen müssen, aber der Spass am Reisen ist neu entflammt, ein Tribut an Sachzwänge war die Woche Pause in Kiel.

Und es macht uns Freude so spartanisch wie möglich durch den Tag zu kommen. Die besten Dinge sind meistens umsonst.

Teuer war mit 10 Euro für zwei Personen die Standseilbahn und leider auch der Fahrradverleih.

Dresden ist wunderbar. Karla bezeichnet es als kultiviert, gastfreundlich und umwerfend schön.

Proust: Sätze wie dieser, die plötzlich unvermutet in die Recherche wie hineingeschleudert sind .

“ Es ist furchtbar, wenn man die Existenz einer anderen Person an sich geheftet sieht wie eine Bombe, die man festhalten muss und nicht fallen darf.“

3 Gedanken zu “Mittwoch mit Gleichklang- Unterwegs in Dresden- Hygienemuseum und Proust lesen – Die Gefangene

  1. Proust kann so froh sein, dass er schon tot ist. Ich würde dauernd von seiner Tür lagern , weil ich ihn dauernd für solche Sätze, wie du heute zitiert hast, knutschen möchte.
    Kann man denn die Veranwortung einer Mutter für ihr (kleines) Kind nicht besser beschreiben?

    Schön, wenn Euch Dresden gefallen hat … ich hatte so meine Schwierigkeiten mit der Stadt.

    Und unbekannten Gruß an Karla: Sie soll den Shakespeare g e n i e ß e n. Leider kann man ihn immer nur einmal zum ersten Mal lesen.