Dienstag mit unterwegs in Dresden- Gedenkstätte Stasihaft

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Auf der Holzpritsche bekamen die Häftlinge ein Gesicht. Ich sass da, starrte diese Zellen an und dachte, dass hättest auch du sein können oder du. Mit 18 ist man noch so jung. Ein Flugblatt, eher harmlos. Das hier war nicht harmlos. Ich sah dich die Morsezeichen an die Wand klopfen, ich sah dich beim Freigang am Fenster der Frauenzelle stehen, ich sah dich Schachfiguren aus Brotresten kneten und mit Kalk vermischen . Ich sah dich im Verhör unter Schlafentzug. Ein Gedicht eines sechzehnjährigen vom Stehenbleiben der Zeit, dem Herausgefallensein aus dem Leben.

Hier wurde etwas greifbar. Es kam nahe. Am Ende füllte ich den Bogen aus den ich seit zwei Jahren vor mir herschiebe. Ich will es wissen und irgendwie auch nicht. Es ist so lange her und doch noch so präsent.

Um zu verdauen oder zu verdrängen, bin ich anschließend im DDR Alltagsmuseum abgetaucht , habe alte Schulbücher gewälzt und fotografiert.

Ein Abschiedsessen in einer der kultigenKneipen der Neustadt wird den Urlaub abrunden.

Morgen geht es mit der Bahn nach Hause. Bewahre mich Gott vor diesem Tag. Die Bahn streikt noch immer.

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