Sonntag mit Satie

Zum ersten Mal wagte ich mich gestern mit dem kleinen Grauen auf die Landstrasse ins 40 km entfernte Lütjenburg. Zuvor wurde ich gewarnt. Die Strecke sei schwierig, man könne leicht etwas falsch einschätzen. Ich fuhr trotzdem.

Es war kein Problem .

In der Michaeliskirche in Lütjenburg spielte im Rahmen der Marktmusik der 15 Jährige M. ausgewählte Stücke von Satie.

Begleitet wurden die bravourös gespielten Stücke von vorgetragenen Episoden ( Vater von M) aus dem Leben und Schaffen Saties. Satie : Ein Querkopf der sich dem Schubladendenken entzog, Schweres und Leichtes vermischte, provozierte, Kehrtwendungen, vollzog. Man konnte den Schalk , den Witz, die Ironie förmlich hören.

Und so zeigte sich mir in diesem Gesamtkunstwerk ein Satie den ich bisher nur aus seinen melancholischen Gymnopedies kannte. Mut zur Einfachheit und Immer mit ein wenig Spott.

Ich werde versuchen über diese Konzerte und Projekte informiert zu bleiben. Ich erzählte gestern schon von einem Kunstprojekt zu Pollock, Rothko, Kandinsky. Ein Projekt konzipiert für 3 bis sechsjährige Kinder welches sich über zwei Wochen erstreckte und nicht nur die Kinder in ihren Bann zog. Es war ebenfalls von dieser Familie konzipiert. Man kann sich einfach sicher sein, dass das was man geboten bekommt mit Hingabe, Tiefe und absoluter Perfektion in vielen Stunden akribisch vorbereitet wurde. Und genau das führt dazu, das man aus so einem Konzert anders herauskommt als man hineingegangen ist.

Anschließend bin ich allen Unkenrufe zum Trotz noch an die Hochwachter Buch gefahren.

Satie im Kopf.