Montag mit Schatten

Bibliotheksausweis für die Bücherhallen in Hamburg, das wird eine der ersten Handlungen sein.

Du trägst die Schuld, ich habe mit ihr nichts zu tun, dennoch lastet sie schwer. Oder ist es die Schuld dich geliebt zu haben?

Vor zwei Jahren begann dein Sterben. Ich bin zu den Mandelbäumen gefahren, habe meinen Arm um deinen schwindenden Leib gelegt.

Du hast mich losgeschickt über all die Krankenhausflure mit dem pfälzischen Stimmgemurmel. „Eis!‘

Ich hielt deine Hand.“ Schlaf“, sagte ich, “ ich werde da sein wenn du aufwachst.“

Du schliefst. Der Mitbewohner deines Krankenzimmers erzählte mir seine Lebensgeschichte. Ich konnte nicht zuhören.

„Wie lange noch? „hatte ich den jungen Arzt gefragt.

Ich versprach dir wieder zu kommen. Ein Versprechen das ich nicht einhalten konnte. Zwei Monate später warst du tot.

Du bist der der wie ein Schatten sich um mich herum bewegt, den ich geliebt habe.

Und ich habe mich schuldig gefühlt, ich fühle Schuld. Schuld die du in deiner Verblendung nie empfunden hast. “ Warum?“ eine Frage auf die du keine Antwort fandest. Du der für alles Antworten hatte.

Warum ?

Ich weiss, das ist kein Thema für diesen Blog. Dein Manuskript liegt noch immer in der braunen Ledermappe. Eigentlich müsste ich es zumindest im Selbstverlag drucken lassen.

Ich hoffe auf die langen Stunden im Zug, auf das Schreiben, sich erinnern. Wer will schon mit Schatten leben?