Sonntag mit Festhalten und Loslassen

Käuzchenruf. Ein erster Kaffee.

Dunkelheit. Gedanken an den vergangenen Tag.

Meine Hände hielten fest. Fast nicht wahrnehmbar, aber Una sagte, so würde das nichts. „Du hältst fest, wenn du festhältst will ich nicht.“

Mir sind die Hände gebunden.

Ich ließ sie los. “ Aber du musst mitmachen.“

„Gar nichts muss ich“ erwidert sie und lächelt. Ihre Hände liegen nun wieder auf meinen. Idealerweise würde sie mir mit ihren Bewegungen folgen. Aber kaum setze ich mich in Bewegung, lässt sie los.

“ Du darfst mein Gesicht berühren. „

Mit zwei Fingern streiche ich kurz neben ihren Augen entlang. Nehme ihren Handrücken streiche mit meiner Handkante einmal hin und her.

Jetzt ist sie aufmerksam.

Meine Finger formen ein Glas, berühren ihren Mund.

Sie nickt. Nimmt meine Hände, legt sie auf ihre und übernimmt die Führung.

“ Habe verstanden. Ich darf die Nutella auch ohne Brot essen, mit Löffel.“

Wir gebärden taktil. Still ist es Raum. Händepaare fliegen, seit Stunden schon.

Taubblindenzentrum- ein Seminar

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