Montag mit Stille

Vielleicht ist dies der erste wirklich ruhige Moment seit Tagen.

Noch bin ich im Försterhaus, eine Kerze brennt, der Gärtner wirbelt energetisch das trockene Eichenlaub auf, eine Waschmaschine läuft, ein Vogel sendet Warnrufe in die Dämmerung. Vielleicht gelten sie der Katze die jeden Morgen und jeden Abend ihren Dämmerungsspaziergang geht. Immer wartet sie auf den Schutz der Dunkelheit. So wie ich den Schutz der Stille für eine Zeit suche.

Das Gefühl innehalten zu wollen. Bleibt.

Stille, schreiben, lesen so würde ich gern über den Jahreswechsel kommen.

Einmal war ich abgetaucht in einem Haus in den Vogesen. Wenn ich Wasser wollte, musste ich die Pumpe am Hang in Gang setzen.

Und so denke ich an die Vogesen und an das meerumtoste Haus in Rackwick auf Orkney, an all die einsamen stillen Plätze auf den Kykladen, an Venedig im März, wenn nur die Katzen an den Kanälen in der Dämmerung umherstreifen