Sonntag mit Den Tagebüchern von Patricia Highsmith

Fieber, Schmerzen, die Entzündungswerte im Blut waren offenbar keine Eintagesgeschichte.

Den Morgen, fast war es noch Nacht, mit den Tagebüchern von Max Frisch begonnen. Sehr berührend wie er über Brecht schreibt. Hernach übergewechselt zu Patricia Highsmith. Ich habe Hoffnung, dass ich dieses Buch von Beginn bis Ende lesen werde. Das Dauerliegen macht es möglich. In diesen Tagen in denen der Alltag unversehens sein Dauerrauschen einstellt, Tag und Nachtrhythmus sich verschieben.

Die Käuzchen rufen wie jedes Jahr um diese Zeit ihr heiseres Huhuu in die Dunkelheit. Balzzeit bzw. Scheinbalzzeit.

Patricia Highsmith macht sich Gedanken darum, warum der Mensch um jeden Preis geliebt werden möchte. (Bei dem Käuzchen ist es klar, das biologische Programm läuft immer gleich.)

„Menschen legen solchen Wert darauf geliebt zu werden, mehr noch als selbst zu lieben. Es ist ihnen so wichtig, geliebt zu werden, dass sie sich, sobald jemand Interesse zeigt, unbewusst völlig abmühen um sich beliebt zu machen „

Sie ist beim Verfassen dieser Einträge erst zwanzig Jahre alt, ihre Unbedingtheit dem Leben gegenüber ist faszinierend. Scharfsichtig, distanziert, präzise und erbarmungslos in der Bewertung.

6 Gedanken zu “Sonntag mit Den Tagebüchern von Patricia Highsmith

  1. Ich lese gerne in Max Frischs Tagebüchern, auch sein letztes Buch, der Mensch im Holozän (?) hat mich berührt. Das Highsmith solch ein schönes Tagebuch verfasst hat, war mir neu. Danke für den Tipp und gute Besserung.

    • Ach danke, die Besserungswünsche kann ich gut gebrauchen. Von Frisch habe ich fast alles gelesen, aber nicht der Mensch im Holozän. Vielen Dank für den Tipp. Und mit Patricia Highsmith: sehr gern, von ihr habe ich bisher fast gar nichts gelesen. Das Tagebuch hat es jedenfalls in sich.