Sonntag mit Sonntag

„Am Fluss“ schreibt Karla, wir sollen ein Gedicht in englisch schreiben. Brauchte etwas Stille.“

Auszug:

The demand of indepency,

the desire to rely on me,

the boldness of reaching after

knowledge so far,

but belonging to people so singular

Und sonst:

Typischer Wintertag in diesen Breiten, ein Wetter zum Erbarmen.

Adrian Leverkühn hat sich in der Nähe von Leipzig eine Bleibe auf dem Land gesucht. Die Hausgemeinschaft ist speziell. Man taucht ein wie in die Salonabende bei Proust. Nur die Gesellschaftszugehörigkeit ist eine andere. (Thomas Mann Dr. Faustus)

Es fällt mir ungeheuer schwer hier einzutauchen. Es erschließt sich nicht von selbst. Ohne Kommentare geht es nicht.

Und sonst? : Man fühlt das Virus förmlich durch den Körper wandern. Es schein nun Bronchien und Lunge erreicht zu haben.

Habt einen schönen Sonntag

7 Gedanken zu “Sonntag mit Sonntag

  1. Ich drücke die Daumen für einen glimpflichen Verlauf.

    Zu Thomas Mann muss ich immer wieder sagen, dass ich das kollagenhafte Schreiben manches Mal als zu offensichtlich empfunden habe. Ich merke, so wie die Sätze gebaut sind, oft, dass sie immer geschraubter und komplizierter gemacht wurden (in der Überarbeitung), ohne wie bei Proust eine eigene Dynamik zu entwickeln. Auch die Exkurse (über Musik, übers Mittelalter, über Alchimie) hat sich nicht nahtlos (wenn überhaupt, oder über Schmetterlinge etc …) eingefügt. Aber ich bin wahrscheinlich nicht der Adressat … die Musiktheorie Adornos hat er, leider, wirklich nicht begriffen, wonach es auch zum großen Streit zwischen „dem Zauberer“ Mann und Adorno kam, aber das betrifft nicht den Roman. Der Roman hat mich im Grusel zurückgelassen – der einzige Roman von Thomas Mann (mit Ausnahme vom Zauberberg), den ich nochmals lesen würde, da er einen eigenen Offenbarungseid ablegt, „Die Versuchung“ von Hermann Broch, nur als Selbstzeugnis. Viele Grüße und gute Besserung.

    • Kollagenhaft ja, extrem störend empfinde ich die Exkursionen in Musiktheorie , Biologie etc. Mich reisst es jedesmal raus, weil ich ich nicht weiss ob ich mich in die Flügel der Schmetterlinge oder in Schönbergs 12 tonmusik nun einarbeiten muss oder nicht. Schönberg erschließt sich mir nicht. Die Musiktheorie von Adorno habe ich auch nicht verstanden, Ordne sie irgendwo bei Schalamow ein : Der Roman ist tot….Adorno ist aber auch echt ne Herausforderung
      .Welchen Offenbarungseid legt er deiner Meinung nach ab ?
      Zum Beitrag: Gerade als ich den Computer herunterfuhr um weiter zu lesen, landete ich in der schönsten Charakterbeschreibung. Ja stimmt bei Proust ist es im Fluss, leichter, nicht so verkopft. Dennoch das Teufelsgespräch war unglaublich. Ich habe nicht so viel von Mann gelesen: Buddenbrooks, Zauberberg, Tonio Kröger und diese Erzählung über den Hund ( die fand ich furchtbar) er bleibt mir fremd. Herrmann Broch – den Namen lese ich zum ersten Mal – Danke für den Tipp!

      • Das Teufelsgespräch ist phantastisch, finde ich auch. Dennoch, wenn man die einschlägigen Lexika durchschaut und dann feststellt, dass Thomas Mann teilweise ganze Seiten abgeschrieben hat (wortwörtlich) … aber im Grunde ja egal, würde ich nicht den Stil teilweise unfassbar behäbig empfinden. Der Schneesturm im „Zauberberg“ ist mir am meisten im Gedächtnis geblieben. Ich denke, ich bleibe beim Zauberberg und freue mich über die Gespräche mit Mynheer Peeperkorn 😀 … Hermann Broch muss man mögen, seine „Schlafwandler“ und „Tod des Vergil“ gehören zu meinen Lieblingsbüchern, aber viele meinen auch, das sei zu verkopft (finde ich nicht, aber dann … ) … Tolle Reminiszenzen heute.

      • Echt er hat abgeschrieben? Das ist ja bitter. Ich finde den Stil auch wirklich mühsam. Will es jetzt aber beenden weil angelesene Bücher die Eigenart entwickeln zu meckern: ich war aber vorher dran…und so. Ich lese nicht alles durch gerade bei der Gegenwartsliteratur kann ich auch einfach lassen.Bei Proust fällt mir nahezu jeden Tag ein, dass er unvollendet gelesen im Regal steht. Man bräuchte eine zweite Quarantäne dafür.