Donnerstag mit Chroniken eines Hochlandrindes

Chroniken vom Hochlandrind sollen das nicht werden, jedenfalls nicht ausschließlich.

Jedoch: das Hochlandrind sendet widersprüchliche Botschaften, irritierte mich damit.

Eines Tages legte es sich in die Sonne. Ich bin müde, sagte es. Meine Hufe Schmerzen.

ich machte mir Sorgen, beschloss den Tierarzt zu holen.

Immer ist das Geld ist knapp.

Ich hütete zusätzlich eine Horde Schafe um den Tierarzt bezahlen zu können. Es gab kein Wochenende mehr.

Kein Kaffee mehr Samstags im Bett, keine langen Lesestunden, stattdessen zog ich über fremde Weiden und achtete darauf dass mir kein Schaf verloren ging.

Auch ich war müde.

Der Tierarzt kam, als ich das Geld zusammen hatte. Er kam abends, weil er nachmittags verhindert gewesen war. Nie hatte ich die Weide des Hochlandrindes abends aufgesucht.

Wir waren erstaunt, welcher Anblick sich bot. In wilden Sprüngen tobte und sprang das Hochlandrind über die Weide. Keine Spur von schlechten Gewissen. Habt ihr meine tollen Sprünge gesehen fragte es.

Ich gab dem Tierarzt das Geld. Vielleicht sollten sie morgens wiederkommen sagte ich.

Morgens ist es immer besonders schlimm.

So blieb es. Abends bocksbeinige Freudentänze im Abendrot, morgens matt, krank, verzweifelt.

Die Frage wie mit dem Wesen weiter umzugehen sei blieb.

Vielleicht hat ja jemand von euch da draussen eine Idee. Ich bin wirklich hilflos.