10 Gedanken zu “Der Fall Tellkamp – Streit um die Meinungsfreiheit – 3sat-Mediathek

      • Ich habe die ersten 50 Seiten gelesen, irgendwie zieht es mich nicht weiter. Ich finde keinen inneren, verständigen Bezug wie zu Reimann oder Bräunig, oder Bachmann. Da fehlt mir etwas – das ist spannend, aber nach „Der Schlaf in den Uhren“ und die vergebliche Suche nach einem kommunikativen Verhältnis bin ich gerade etwas müde, diese Leere in mir zu ertragen. Es ist wie Ernst Jünger. Ich lese es. Ich weiß, dass es hier und da literarisch interessant ist, aber mir fehlt der Anschluss wie auch bei Heimito von Doderer, wie auch bei Thomas Mann. Ich finde ihn sofort bei Max Frisch oder Eva Christina Zeller, bei Hölderlin oder Virginia Woolf, aber diese Schriftsteller bleiben mir fern. Ich schreibe dies, weil ich es schade finde, dass dieser Kosmos mir verschlossen bleibt (es ist wie Kafka und sein Schloss, das Josef K. nie betritt, nur drumherum schleicht … ) viele Grüße!!

      • Ja ich kann das verstehen. Ich glaube ich lese es einfach tatsächlich einfach anders als du. Ich wollte genau dahin , zum Turm, ohne Abitur u.s.w war eine Motivation eines Tages dazugehören zu wollen im lesen, im musikalischen, in der Ausrichtung des eigenen Lebens.

      • Der weiße Hirsch, das war irgendwann für mich das Zielbild. Da wollte ich mich hinentwickeln. Keine Ahnung woher diese Sehnsucht kam. Uch glaube ich lese dieses Buch deshalb einfach anders. Ich bin dort mehrmals gewesen. Es war immer ein magisch besetzter Ort für mich.
        Den Turm liebe ich.
        Mit Der Sand in den Uhren beginnt es gerade schwierig zu werden. Bin auf Seite 416. Der Stil wechselt stark und kriegt mich hier im Moment auch so gar nicht

      • Irritierendes Leseereignis. Stellenweise wird es Domplatz wutbürgerlich, dass es kaum zu ertragen ist, dann wieder kommen lange Abschnitte in die ich absolut abtauchen kann. Als wären zwei Menschen hier am Werk gewesen

      • Ich meine fast, es sind drei Menschen am Werk, einer, der die Literatur liebt, einer, der Gefallen will, ein dritter, der die Diskrepanz mit einem Politikum nach dem anderen zu überdecken sucht. Die Figuren bleiben mir einfach zu fern. Ich bin an „Anne“ interessiert, aber ich bekomme nur Schlaglichter/Rhapsodien von ihr mit, oder wer ist „Judith Schevola“ wirklich. Ich mag diese Figure, aber sie taucht auf und ab nach Belieben. Unentschiedenheit beherrscht den Stil – deshalb fällt es mir so schwer, mich darin zu bewegen. Meine nicht sehr innovative These: Er hat das Manuskript zu oft überarbeitet. Er hat jede Szene mit mehr und mehr Allegorien, Andeutungen, Details versehen – das Buch eines Wutbürgers hätte ich lieber gelesen, und sei’s nur weil dieser von der eigenen Intensität vorangetrieben wird. Im übrigen, die Tellkamp-Debatte irritiert mich total – das Buch hat so gut wie keine Implikationen und tritt niemandem wirklich auf den Schlips. Verrückt.

      • Judith Schevola ist vermutlich Angela Krauß so las ich es. Ich weiß das deine Frage nicht darauf abzielt, aber ich habe dann Mal etwas von ihr probegelesen und will unbedingt mehr.
        Ja er ist ein unzuverlässigen Erzähler oder. Mir geht es mit Muriel so. Ich mag sie sehr , aber wird immer nur in Streiflichtern beleuchtet. Und das Personengemenge ist tatsächlich etwas wirr.
        Immer wieder geht es mir so: geht es nicht um Treva ist alles gut, dann lese ich es ebenso gern wie den Turm.
        Im Labyrinthsichten Treva gehe ich verloren.

      • Ich schreibe dir noch eine Mal. Hab mir gestern eine Besprechung aus einem anderen Medium angesehen. Einem zu dem man nicht gehören will . Habe erschrocken festgestellt, dass das sehr ähnlich war zu dem was ich an Bezügen hergestellt habe.
        Ich will da in keinster Weise dazugehören