Montag mit: in zehn Tagen werde ich gegangen sein

„Kann mich mal bitte jemand vorwarnen. Man will ja den Dresscode einhalten.“

„Hab ich euch nicht beigebracht, keine Fremden ins Haus zu lassen? „

„Is nur der Schornsteinfeger Mama.“

„Na gut“, sage ich, „sie bringen Glück das ist okay.“

Der Schornsteinfeger erklärt mir den Ofen, aber der Ofen wird mir nicht mehr gehören. Das sage ich nicht, aber es fühlt sich merkwürdig an. „Ein guter Kachelofen“, sagt er, „20-30 000 müssten sie für den heute hinlegen.“

Und dann reden wir über Schamott für den Ofen der in zehn Tagen nicht mehr meiner ist. „Ich geb es weiter, sage ich und hoffe, dass ganz viel Schornsteinfegerglück auf mich übergewandert ist.

Später am Vormittag

Ein Lächeln in den Augen der weißhaarigen Schamanin als sie ein Rezept unterschrieb. Ein Blick voller Leben. Man sieht es selten. So eine Leuchtkraft und Intensität. Sie hat mir den Hintern gerettet in diesem Jahr.

Beruf aus Berufung.

Sonntagabend/Rückblick

Nachts war Julius zu später Stunde von der Kieler Woche heimgekehrt. Ich hatte auf ihn gewartet-im Halbschlaf-wollte sicher gehen, wie immer. Wir verstrickten uns in ein Gespräch über Frontallappen, Aufmerksamkeit, mediale Dezentrierung.

Pflöcke schlagen in die eigene Innenwelt.

Chronik der letzten Vororttage