Immer noch Sonntag mit Uni, Inklusion und Bachmann lesen

Wie schon mit Manns Dr. Faustus, so ergeht es mir auch mit Bachmanns Malina oder Das Buch Franza

Der Hauptbestandteil der Lektüre wird Arbeit. Ich verliere mich in den Seitenarmen, lande bei Wittgenstein und Adorno. Lege das Buch beiseite, denke über den Satz nach: warum die Menschheit, anstatt in einem wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten in eine neue Art von Barbarei versinkt.

( Adorno/Horkheimer 1984). Eine Eilmeldung blinkt auf. Das immer wieder angegriffene AKW in Saporischschja wurde vom Netz genommen Und

Kein Gas mehr über Nordstream1. Energiekrieg. Ich sollte das Handy ausschalten.

Im Prinzip kann man Bachmann nicht verstehen ohne Wittgenstein und Adorno gelesen zu haben. Das glaube ich. Es braucht Handwerkszeug. Bitterfelder Weg mag im Schreiben funktionieren, beim Lesen ist es ein Irrweg.

Maria erinnerte mich an die Möglichkeit eines Gasthörerdaseins an der Cau. Stimmt: Hanisch war großartig, erinnerte ich mich. In der Coronazeit hatte ich die Uni digital besucht.

Und sonst: denke über das Gespräch mit Frigga nach. Es ging um Inklusion, Wohnformen, inklusive WGs. https://inklusionsberaterin.de/wohnsinn-inklusive-wohngemeinschaften/

Spannend, inspirierend, einfach gut. So war das Treffen mit Jana, Karl und Frigga. Ein Revival vom Vorjahr

Habe mich zum Wintersemester in Philosophie eingeschrieben. So wie es mir die Arbeitszeit erlauben wird. Scheine und Punkte brauche ich zum Glück nicht. Nur Wissen um verstehen zu lernen.

9 Gedanken zu “Immer noch Sonntag mit Uni, Inklusion und Bachmann lesen

  1. Ich würde das ja eher umdrehen – Wittgenstein und Adorno erschließen sich für mich erst wirklich durch Bachmanns Poesie und Literatur, oder eben durch die Privatnotizen und Briefe der beiden mit anderen, die sich versuchen über ihre Zeit Gedanken zu machen und sie in Begriffen zu fassen. Malina ist ein sehr sehr schwieriges Buch für mich gewesen, schwierig, weil es mich mitten in die Welt hineinstößt, in dieses Chaos, da Leben heißt … Wittgentstein und Adorno stehen eher an der Seite und wundern sich, würde ich sagen, etwas unüberlegt, vielleicht … Viele Grüße, und, ach ja, du findest immer einen willigen interessierten Gesprächspartner über Philosophie an mir!

    • Ah dann kannten sich Wittgenstein und Bachmann doch. Vorhin beim Telefonat fragte mich die Schwester meiner Mutter ob die beiden sich gekannt haben, ich erinnerte mich nicht mehr.

      Dein Gesprächsangebot nehme ich gern an. Ich beginne mit dem Adorno für Anfänger den hab ich hier noch liegen. Und Wittgenstein Versuche ich mich dann vielleicht wirklich über Bachmann anzunähern. Wittgenstein pur habe ich schon einmal pur versucht und bin grandios gescheitert

      • Bachmann und Wittgenstein kannten sich meines Erachtens wirklich nicht. Ich meinte, das war nicht klar genug geschrieben, Briefe von Wittgenstein an andere (oder Tagebücher), und Adorno Briefe an anderen (und Traumnotizen) … das war nicht gut formuliert. Als Einstiegslektüre zu Adorno eignet sich Adornos „Minima moralia“ – als Einführung weiß ich nichts. Ich empfehle Adornos Vorlesungsskript „Erkenntnistheorie“ – das ist sehr verständlich geschrieben.

      • „Erziehung zur Mündigkeit“ reicht vollkommen. Es sei denn, sie ist an der soziologischen Methode interessiert. Auch hat Adorno nicht so viel dabei mit herumgedoktort. Es war und ist ein Alibi-Unterfangen geblieben. Adorno war nie an einer materialen Wissenschaft interessiert – er betreibt ja die Reflexion der Reflexion. Ich habe das Buch, also ein Teil des Buches, zwei dicke Bände. Ich könnte sie schicken. Ich brauche die nicht.