Samstag mit Esma

Ob es Esma Recht wäre, wenn sie sich in diesem Blog wiederfände?

Esma lebt in einem winzigen Zimmer, einem Zimmer einer Kajüte ähnlich. Man kann sich nicht drehen, aber das Zimmer ist urgemütlich. Zwei Kochplatten, ein Sofa, viele Bücher. Erstaunt fand ich Benno Pludra und Helmut Sakowski.

Dem hab ich mal einen Brief geschrieben, sage ich, so einen Fanbrief. Ich war zwölf.

Esmas Mutter war Lehrerin in einem Land das es nicht mehr gibt. Der Vater Philosoph, inspizierte Dorfschulen, sah nach der Qualität des Unterrichts. Manchmal durfte ich mit, sagte sie. Das war schön-auf dem Dorf.

Esma besuchte eine Kinderkrippe. Es gab nicht viele, sagte sie. Aber meine Mutter musste wieder unterrichten.

2017

Esma floh, ihr Studium wurde nicht anerkannt. Im neuen Land arbeitete sie als Hilfskraft, absolvierte in den Abendstunden eine Ausbildung. Nach dem ersten gelungenen Abschluss, folgte der zweite schnell.

In Syrien habe ich viel gelesen, sagt sie. Luise, Melia und ich essen gefüllte Weinblätter und Tabouleh. Kochen ist schwer hier, sagt Esma. Zwei Kochplatten reichen nicht.

Was hast du gelesen Esma?

Hemingway, Balzac, Hugo, Shakespeare, sie nennt einige arabische Namen die ich nicht kenne.

Wir trinken arabischen Kaffee mit Kardamom, bevor wir hinaus in die Dunkelheit gehen. Wind der den kalten Regen schräg ins Gesicht wirft.

Luise und ich schieben das Fahrrad. Sie empfiehlt mir Thich Nath Hanh.

Kannst du mir einen Klassiker empfehlen, der sich als Einstieg eignet? Ich gebe die frage hiermit weiter.

3 Gedanken zu “Samstag mit Esma

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