Montag mit Schnullerbaum, Schnullerfee und warum Alltagsrassismus doch eine Rolle spielt

Ausgangssituation: mein Auto blieb liegen. Ich lief nach Hause und entdeckte einen Schnullerbaum der am Rand eines Altersheimes stand. Eine Erinnerung:

Anna war fünf Jahre alt als sie nachdenklich sagte: „Aber es kann nicht die Schnullerfee gewesen sein, ihre Kinder waren schwarz.“

Damals war ich mit den dreien bei der Post gewesen. Karla gerade vier hatte den unvermeidlichen Schnuller im Mund.

“ Ja Mensch du hast ja noch einen Schnuller hatte die Doppelwagen schiebende Mutter zu Karla gesagt. Und: “ Bist du dafür nicht zu gross?“

Manchmal nervten mich solche Übergriffigkeiten unter Müttern, diese hier fand ich aber sympathisch also verzieh ich und sagte lax: “ Keine Ahnung. Eigentlich war die Schnullerfee schon da. Sie hat sogar ein Geschenk gebracht. Karla war so untröstlich, dass ich ihr einen neuen gekauft habe.

“ Nun, ich bin die Schnullerfee“ , sagte sie und hielt Karla fordernd ihre Hand entgegen. Diese spuckte umgehend das Utensil aus und starrte sie erschrocken an.

Anna war auf der Busfahrt zurück nach Hause schweigsam gewesen.

Erst zu Hause sagte sie nachdenklich: “ Aber es kann nicht die Schnullerfee gewesen sein.“