Cabo de Gata-Die andalusische Katze /Eugen Ruge/Rezension

41NQGaF6hEL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_SX385_SY500_CR,0,0,385,500_SH20_OU03_Ein Mann nimmt den Zug von Berlin-Ostbahnhof   nach Barcelona, um  ein neues Leben zu beginnen.

Das neue Leben beginnt in einem Cafe in Barcelona beim dritten Milchkaffee und dem „Lesen“ einer spanischen Zeitung. Andalusien, das zu DDR Zeiten unerreichbar war, gab es wirklich, wurde sichtbar als orangener Fleck auf einer Landkarte.

Cabo de Gata stand da und wurde beschrieben als das „letzte romantische Fischerdorf Andalusiens, wo die Boote, wie es wörtlich hieß, “ noch mit der Handwinde“ aus dem Wasser gezogen würden und man spüre im Nationalpark von Cabo de Gata schon einen Hauch von Afrika!“

Der Protagonist nimmt den Nachtbus nach Almeria. Die Fahrt ist grauenvoll. Laut Reiseführer lohnt ein Besuch in dieser Stadt nicht und so nutzt er die nächste Gelegenheit zur Weiterfahrt in einem klapprigen Bus,  mit einem mürrischen Busfahrer und endlosen  Ausblicken auf rosa Plattenbauten und Fabrikgerippen, die den Wegrand säumen.

Er  hofft auf eine lange Busfahrt, denn nichts zeigt erste Anzeichen paradiesischer Zustände. Der  Ort den er für sein neues Leben erwählt,  ist  scheinbar nur von Hunden  bevölkert, die zu jeder Tageszeit an der Promenade promenieren.

Noch nicht mal warm ist es,  denn der Hauch Afrikas weht kühl an der Küste und die Palmen sind zu mickrig um eine  Hängematte mit Mensch zu tragen.

Das es außer Hunden auch Katzen gibt, entdeckt er, als er eines Abends eine Postkarte zum Briefkasten bringt. Eine Karte in den Prenzlauer Berg.

Hier ist nicht Berlin sondern ein fast trist zu nennendes Dorf in Andalusien, das irgendjemand fälschlichweise zum Paradies deklariert hat. Vielleicht ist es nicht so falsch, denn die Zeitlosigkeit zeigt sich durchaus als ein Stück vom Himmel.

Eine rotgestreifte Katze, die sich an die Fersen des Protagonisten hängt.  Er trifft sie jeden Abend und vermisst sie wenn sie einmal  unzuverlässig ist.

Zu spät, da hat sie sich bereits bei ihm einquartiert, bemerkt er das sie trächtig ist. Nach einer krallenfesten Auseinandersetzung verlässt sie ihn.

Nur wenig später bricht auch er auf.

Der Geschichte haftet etwas mystisches an, scheint sich in Zeitlupe zu entwickeln.

Erschienen ist es im Rowohlt Verlag.