Dienstag mit “ Darwin schlägt Kant“

Lese Urbaniok.

Lese Urbaniok, in der Küche.

In der Küche lese ich, um den Karakatschan im Auge zu behalten
Auf seinem Hochstand im Garten trotzt er Wind, Regen und Kälte.

Das Schützenmüssen bei Nacht scheint ihm in die Gene geschrieben.

Es ist Nacht. Es ist sein Job. Er kann nicht anders. Ab und an jault er einer am Tor entlang schlendernden jungen Hundedame hinterher. Das Fortpflanzungsprogramm läuft immer standby. Böen werfen sich gegen Wände.

Lese in der Küche bei Funzellicht, nebenan erarbeitet Karla am Telefon englische Lektüre.

Lese auch Adorno: Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.

Hab mich eingeschrieben im Sommersemester . Endlich.

Was ich sah-Kiel an einem Sonntag in den Sommerferien

Ich sah menschenleere Straßen und kreischende Möwen.

Ich sah einen sehr runden Mann durch die Fensterscheibe bei einem Schnellrestaurant. Er starrte auf sein leeres Tablett. Erst später stellte sich heraus, dass er sein Handy am Rand des Tabletts positioniert hatte.

Ich sah einen jungen Obdachlosen der auf einen Alten einredete, weißbärtig und ebenfalls unbehaust. Sie saßen überdacht und der Weißbärtige rauchte, drehte den Kopf weg und schwieg. Der Junge sprach russisch, schnell und energiegeladen. Er trug sein Haar halblang. Ich sah einen Familienvater, ein Hüne, der am kleinen Kiel mit einer ebenfalls hünenhaften Möwe diskutierte. Es ging um Müll.

Ich sah einen netten Kartenverkäufer im Kino, der mich das Tickett umtauschen ließ, okals ich mich doch ür den Binoche Film entschied.