Montag mit Sommerregen-Auf der Suche nach der verlorenen Zeit -Die Gefangene- Tag 2 (Wiederaufnahme)

Die Stadt liegt unter einer Dunstglocke. Das Sonnenlicht dringt nicht hindurch. Eine Schwere lastet auf den Obdachlosen am Bahnhof, auf den Reisenden in der Tram.

Nach Berlin, wirkt diese Stadt fast provinziell und bewegungslos. Erst bei unserem Spaziergang durch den Park beginnt sich dieser Eindruck zu verändern. Im Park wird musiziert, überall. Karla und ich bewegen uns in müheloser Übereinstimmung. Verharren an den selben Plätzen gleichzeitig, ein überraschend abgestimmtes Timing.

Schweigen und Sprechen im Einklang. Das wiederum erstaunt mich, gerechnet habe ich damit nicht.

“ Schau“ sagt sie“ wie die Regentropfen den See berühren, fast in slow motion. “ Oder : “ Der Regen ist hier anders, weicher irgendwie, er fällt gerade.“

Später, wie haben Harfen, Geigen, Flöten, Klavierstücken gelauscht, einem Paar beim Tango-Tanzen zugesehen, gelesen, geraten wir in ein heftiges Sommergewitter.

Leipzig ist bunt, quirlig mit einer Energie die uns schnell gefangen nimmt.

Recherche: Es fällt mir schwer mich in Marcel und Albertine einzufühlen. Über Albertine erfährt man nahezu nichts. Sie bleibt scheinbar Projektionsfläche.

Mit der Rad fahrenden, frechen Albertine von Balbec hat sie nichts mehr gemein.

Spannend: „das Telefon als übernatürliches Instrument, dessen Wunderwirkung man ehemals bestaunte und das man heute ganz gedankenlos gebraucht, um seinen Schneider zu beordern oder Eis zu bestellen.“