Proust lesen Tag 8-In Swanns Welt -Tante Leonie und Weißdorn

Proust:

Tante Leonie ist Thema, diese durch Bettlägrigkeit und Hypochondrie ebenfalls zur Inaktivität gezwungen, lebt ein Leben in „angenehmer Einförmigkeit“. Es sind nicht die großen Sinnfragen die sie sich stellt, sondern seit Tagen plagt sie die Frage ob Madame Goupil es noch geschafft hat rechtzeitig in der Kirche zu sein.

Ihre Tage sind erlebnisarm. „Nicht, daß sie nicht manchmal nach einer großen Veränderung verlangt und ihre Ausnahmestunden gehabt hätte, in denen sie nach anderem als dem Bestehenden lechzte; Menschen, die aus Mangel an Energie oder Einbildungskraft in solchen Augenblicken nicht imstande sind, aus sich selbst den erneuernden Impuls zu ziehen….“

Der Duft von Weißdorn und Linde. Es ist Mai.

Kiel:

Bedeckter Himmel und kühlere Temperaturen. Um einen Tonnentag vorzubeugen, habe ich mich bewusst für das Lesen entschieden. Inaktivität aushalten, wenn einem eigentlich nach Stadt und prallen Leben ist. Ich lese: „Das Drama des begabten Kindes“.

Später am Fluss, stahlblaue Libellen, Schwalben, gelbe Schwertlilien und der Geruch von gemähten Gras. Der Holunder beginnt zu blühen. Die Luft feucht und schwer. Der Wald ein Marktplatz.