Aus dem Labyrinth des Minotaurus

Die Fähigkeit den Weg heraus zu finden lag im Zurückverfolgen des Ariadnefadens.

Zurückgehen, langsam.

Bewusstwerdung.

Das Minotaurus-in den meistens Fällen nicht der Andere. Man muss es in sich selbst suchen.

Am Ausgang stehen. Klare, kalte Wintersonne.

Und sonst?: Im Lieblingsbuchladen nach dem Buch “ Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung“ gefragt.

Es soll Weihnachtsgeschenk werden. Zwei Kunden unterhielten sich über die Schwierigkeit des Lesens in der medial digitalen Überflutung.

Uns sonst?: Lese „Leben mit Picasso von Francoise Gilot. Danke Fernanda für den Tipp.

Hemingway will Picasso besuchen. Da ist aber nur die Haushälterin die Hemingway nicht erkennt. Sie ist es gewohnt Besuchern die Tür zu öffnen, die kleine Geschenke für Pablo bringen wollen.

„Möchten Sie vielleicht ein Geschenk für Monsieur abgeben?“

Hemingway hält das für eine gute Idee, geht zu seinem Jeep und brachte eine Kiste Handgranaten in die Loge. „Für Picasso von Hemingway.

WMDEDGT-Dezember 22

Bei Frau Brüllen ist wieder Tagebuchbloggen.

https://bruellen.blogspot.com/2022/12/051222-wmdedgt.html?m=1

So war der Fünfte:

Hoch über den Dächern Spandaus.

“ Meinst du der Aufzug geht wieder?“

Neben Winterkleidung reisen Ulysses und Simone de Beauvoir im Koffer mit.

Die Arme schmerzen noch, von dem am Vorabend gelaufenen zehn Stockwerken- mit Koffer.

Abreise von Berlin.

Ein Vehikel mit Panoramablick.

Ein Kind schreit, weil es keinen Fensterplatz hat. Der mit dem Didgeridoohorn sagt: Pass auf, wenn du leise bist bekommst du meinen Fensterplatz. Das Kind ist leise. Kaum sitzt es am Fenster schreit es wieder.

Nein, geh auf deinen Platz zurück. Wir hatten abgemacht, dass du leise bist.

Das Kind schweigt fortan dauerhaft.

Zwei Stunden später wuchte ich den Koffer in die Leipziger Tramm, steige später die alte knarrende Wendeltreppe zu Saskia Elfenbeinturm hinauf.

Über den Dächern Leipzigs sitzen wir am Ofen, erzählen bis in die Nacht.

Der Koffer geht nicht auf. Ich komme weder an die Zahnbürste noch an Kleidung, noch an Ulysses.

Luise dein Koffer und ich, wir verstehen uns nicht.

Immer noch Dienstag mit: Wir wollen nicht, dass sie essen

„Sie sollen nicht essen und trinken“, sagt der mit der Hornbrille streng.

“ Wir wollen, dass sie lernen.“

‚ Aber ich habe Hunger“, verunsichert meine Stimme.

Ich packe Ulysses und Notizbuch in einen durchsichtigen Beutel.

„Wir müssen sehen können, was sie bei sich tragen. „

Ich werde nicht über die Schwelle in die heiligen Hallen gelangen. Schwere Eichentische und grüne Bankerlampen, Bücherregale bis unter die Decke- nicht für mich.

Entschuldigung, erklären sie das mit dem Fach nochmal?. Ich halte einen Zehn-Euro-Schein in der Hand für die Cafeteria. Geschmierte Stullen und Wasserflaschen- verboten.

“ Wenn sie mir den Schein in ihrer Hand geben. Ich Strecke sofort meinem Arm aus.

Bitte

Die Prüfung ist bestanden. Der Zehn-Euro-Schein darf bei mir verbleiben.

Zutritt gewährt.

Und sonst? : Im 15. Kapitel werden Blooms Ängste, Triebe und Größenwahnideen vor einem Gericht verhandelt.

Es läuft nicht gut für ihn

Kafkaesk- hier wie da

Sonntag zweiter Advent- Krippenkinder in der DDR

„Heranwachsende sind nahezu grenzenlos formbare Rezipienten einer geplanten und programmierten Erziehung, d.h. individualspezifische Voraussetzungen werden den Außenbedingungen, vertreten durch den Erzieher und seinen Anforderungen, untergeordnet ( Tabula rasa- Modell)

Aus Krippen Kinder in der DDR Agathe Israel/ Ingrid Kerze Rühling

Und sonst?:
Die Wochenheime und WochenKrippen der DDR finden allmählich Beachtung.

Hoch über den Dächern Spandaus. Zwei Kerzen brennen, starker Kaffee. Kirchenglocken mahnen energisch zum Gebet.

Ich lese.

Freitag mit Sartre

Sartre’s große Frage Mitte der vierziger Jahre lautete: Wenn wir davon ausgehen, dass wir frei sind, wie können wir unsere Freiheit in einer so herausfordernden Zeit konstruktiv ausüben?

….forderte er seine Leser auf zu wählen, in was für einer Welt sie leben wollen, und sich dafür engagieren.

Von nun an, schrieb er, müssten wir uns stets vor Augen halten, dass wir über die Mittel zu unserer Selbstvernichtung, ja vielleicht zur Auslöschung des gesamten Lebens auf unserem Planeten verfügen. Wir selbst seien die Herren unseres Schicksals. Wenn wir weiterleben wollen, so Sartre müssen wir uns bewusst für das Weiterleben entscheiden. Das war Philosophie für eine menschliche Spezies, die sich selbst das Fürchten gelehrt hatte,….“

„Café der Existenzialisten“ von Sarah Bakewell