Sonntag mit Triumphzug

Heute morgen bereits am Meer gewesen. Beinahe ein Triumphzug.

Die Sonne ging gerade auf, niemand war auf den Straßen und ich fuhr ans Meer.

Wellengeplätscher, blauer Himmel, klare Luft, in der Ferne ein kleines Segelboot

Ich will hier mal öffentlich meinen Dank aussprechen: an den Gatten, der seit sieben Jahren immer auf den Beifahrersitz musste, obwohl er gar nicht zum Strand wollte.

Und an Reiner von der Wupperpostille für das Ermutigen und den Beistand in den letzten 70 Tagen.

Vielen Dank auch an alle die immer wieder behaupteten , eines Tages würde ich diese Landstraßenangst überwinden. Die Häutung hat die klassischen 7 Jahre gewährt. Nun ist es vollbracht.

Danke

Samstag mit Überwindung-Fahrangst-Am Meer

Der Strand war unerreichbar. Ich hatte vor sieben Jahren den Führerschein gemacht, spät. Ich fahre seit dem, ich fahre gern.

Im Stadtinneren. Keine Landstraßen, keine Autobahn, kein Strand. Wer mich kennt weiß. dass ich nichts lieber mag als mich stundenlang in der Natur aufzuhalten. Im Bulli schlafen, mit den Hunden am Meer lang, eine Vorstellung nicht umsetzbar ohne Landstraße oder Ehegatten.

Offensichtlich war der Leidensdruck jetzt groß genug. Letztes Wochenende nahmen wir die Tour zum Strand auf Video auf. Dem Gehirn ist es egal ob es nur zuschaut oder selbst fährt, die Pfade bilden sich trotzdem. Stoisch sah ich fünf Tage lang jeden Tag auf dem PC mir diese Tour an. Anderthalb Stunden. Manchmal hörte ich dabei Joe Cocker, manchmal nicht.

Und heute: fuhr ich erst mit dem Ehemann, dann mit dem Sohn und schließlich allein. Dieses Gefühl etwas zu schaffen von dem man glaubte es wäre für dieses Leben nicht mehr möglich. Ein riesen Stück Freiheit.

Ich hatte weder Angst, noch fand ich es sonderlich schwierig. Was hatte mich sieben Jahre lang abgehalten?

Ich schulde noch jemanden Dank. Aber davon schreibe ich morgen.

Frühstück auf dem See

Gegen sechs sind die Kinder losgefahren um vielleicht ein letztes Mal auf dem See Schlittschuh zu fahren. Es soll Plusgrade geben. Anna postet ein Bild von der Thermoskanne auf der dicken Haut des Sees. Es ist stockdunkel. „Erst mal frühstücken“ schreibt Anna.

Julius sagt der See hätte geknackt, man spüre das sich zusammenziehen des Eises. „Der See gähnt“, so Thoreau.

„Da lag was im Schilf „, sagte Anna. „Wir haben es angeleuchtet. Einer der am See geschlafen hatte.“

Leichter Wind, ich höre „Walden“ als ich zurückgehe. „Vereinfachung“, darum geht es Thoreau.

Habt einen guten, beschwingten Start in die Woche

Sonntag mit Rotkehlchen und Oma hoch über den Dächern der Stadt

Meine Mutter hat ihren Umzug bewältigt und wohnt nun hoch oben über den Dächern der Stadt. Auf die Frage was sie denn zum Geburtstag haben wolle, zögerte sie nicht lange: Whisky 12 Jahre gereift.

Sie ist begeistert von Anne with an e, Beethoven und den Schneewehen. Bei uns sagte man dazu früher Winter, sagt sie verschmitzt.

Ein Rotkehlchen sitzt auf der Deichsel des Wohnwagens, Es muss das selbe wie das im letzten und vorltzten Jahr sein. Aber ich google nach: Lebenserwartung 13 Monate.

Am Strand steht ein Kormoran und lässt sein Gefieder in der Sonne trocknen.

Morgen beginnt die Arbeit wieder. Ich halte diese stufenlose Öffnung der Grundschulen und Kindergärten für gewagt. Zumindest könnten dann die Zeitungen ihre gebrüllten Warnungen vor den Mutationen sein lassen, sonst beginnt man sich doch wie Kanonenfutter zu fühlen. Ehrlich dieses Coronawirrwarr hat auch meine Akzeptanz nahezu zum Erliegen gebracht. Das Virus scheint ohnehin schneller als der Mensch zu sein. Die Friseure, die Fußballer, die Nagelstudios…Ohne Worte-.

Macht verdammt noch mal die Theater wieder auf, die Opernhäuser, die Cafes und Restaurants und die Bibliotheken!

Höre Thoreau. Ein unglaubliches Hörbuch „Wo und wofür ich lebte“

Auszüge aus Walden.

Lernen und Kultur in Zeiten von Corona

Lernen in Zeiten von Corona

In Schleswig-Holstein sind Ferien. Ich ersetze das Schulprogramm durch morgendliche Impulse auf Whats app . Nach dem aufwachen sind das die ersten Nachrichten die im Familienchat auftauchen. „Was ist gerade in Ungarn los? Welche virusbedingte Infektionskrankheit ist als einzige vom Erdboden verschwunden. Die Teenies zeigen eine beeindruckende Rundumsicht.

Alltagssequenz:

Eine Amsel baut mit Lametta ihr Nest.

Ein Gimpel beobachtet sie. Der Gatte erklärt mir beim Kaffee die deutsche Geschichte von 1871. Ich hatte gefragt. Dafür durfte ich ausführen, ob die Singvogelvielfalt in unserem Garten mit der Vogelfütterung oder mit dem Nachbarbrachland zusammenhängt, dieses ist nun im zweiten Jahr unbewohnt.

Der Sohn baute mir einen Aufsatz für mein Buchregal.

#Bücherhamstern, kann losgehen.

Ich freue mich sehr darüber, dass der Kieler Oper und Theaterbetrieb ein Streamingangebot hat. Auch die Akademien sind mit dabei.

Zum Bloggen:

Ich lese im Moment sehr gern bei Vorspeisenplatte.

Erster Mittwoch im April mit „Oggio Oggio“ und dem Gehalt der Kassierer*innen

„Oggio, Oggio“, antworte ich dem Gatten. Ich hatte ihn gefragt was er von meiner Verschwörungstheorie zum Mundschutz halten würde. Ich war stolz eine eigene Verschwörungstheorie entwickelt zu haben. Wissen sie, der Gatte mag es nicht besonders, wenn ich aus meinem Zimmer heraus zu ihm in die Küche hinüber brülle. Er gibt dann immer vor nicht zu verstehen, die Kaffeemaschine sei zu laut, die „Kieler Nachrichten“ zu spannend. Also ruft er genervt: „Ich kaaaann dich nicht veeerstehen!“

„Oggio, oggio“, murmele ich. Seltsamerweise will er nun wissen was das bedeuten solle. Sie sehen schon, das mit dem social distancing nehmen wir hier sehr genau. Der Gatte sagt, ich solle lieber nicht über ihn schreiben und die Verschwörungstheorie sei so gut , die solle ich lieber nicht ins Netz stellen. „Das nimmt sonst noch jemand ernst“, sagt er.

Seit heute morgen 8. 00 Uhr sind wir wieder Besitzer von einer Packung Klopapier. Man durfte nur mit Einkaufswagen in den Markt, aber das kennen sie ja wahrscheinlich alles.

Das mit dem Mundschutz finde ich okay, man muss die Kassierer*innen schützen, die für einen jämmerlichen Monatslohn von 1900 Euro Vollzeit an der Kasse sitzen. Sie sind Heldinnen des Alltags, was ihnen trotzdem nichts nützt, weil die anstehende Lohnerhöhung von dreißig Euro monatlich aufgeschoben werden soll. Man will den Einzelhandel später mit dem Angesparten helfen. Löblich. Jede*r müsse dafür ihre Frau stehen oder seinen Mann. Ich finde, der Wirtschaftsweise, der sich einen Spaß daraus machte über den Lohn der der Kassierin zu frotzeln: „Zum Sterben zu wenig , zum Leben zuviel“, der könnte doch jetzt ein bisschen abspecken. Ich hab das alles in der Süddeutschen gelesen, heute morgen.

Ich schreibe mit Blick auf Garten und Vogelhaus. Die Kohlmeisen sind die

aggressiv progressivsten im Kampf um die Ressourcen. Es klingelt. Der Postbote bringt ein Paket von Adi…. „Spinnt ihr?“ rufe ich die Treppe hoch. „Ihr lasst für Einen der seine Miete nicht zahlt, und damit meine ich Adi…und nicht den Postboten, den Paketboten kommen. (Update: In der Zeit lese ich gerade, dass Adidas Ende 2019 zwei Milliarden flüssige Mittel in der Bilanz hatte , aber auch Kosten von 22 Millionen Kosten im Jahr. Das reicht ohne Umsatz nicht lange aus, um die Kosten zu decken. Adidas kann nur noch in drei Ländern seine Waren verkaufen.“ Zeit vom 2.4.2020)

Zurück zum Postboten

Man hörte, dass in der letzten Woche in einem der gediegenen Vororte drei Postboten gebissen wurden. Meiner tut nichts“, sage ich „der will nur fressen.“ Der Postbote lächelt. Ich frag ihn lieber nicht was er verdient.

Was ich noch erzählen wollte: Gestern bin ich durch Zufall in eine Wohnzimmerlesung auf Instagram geplatzt. Stanišić las „Oggio, Oggio“, eine Geschichte aus einem Kinderbuch, welches er mit seinem Sohn zusammen schreibt. ich bin bekennender Saša Stanišić Fan, So verbrachte ich den gestrigen Abend an der Elbe mit einem verrückten Taxifahrer, der nur der Worte Oggio, Oggio fähig war, einem Piratenschiff und vielen anderen Wunderlichkeiten. Made my day.

Haben sie einen schönen Tag, achten sie auf ihre Hunde, auf ihren Postboten und auf die Kassiererinnen und Kassierer.

https://instagram.com/howtowaitforalongtime?igshid=j1eue6xesur5

Falls der Link oben nicht funktioniert.

Erster Donnerstag im April mit Pfadfinderlager und anderen digitalen Freizeitbeschäftigungen

Der Morgen beginnt mit einem Artikel aus „Der Zeit“ zur Thematik der jetzt unsichtbar gewordenen Kinder und der Sorge darum

Zum gestrigen Tag: Anna ist digital auf Pfadilager und baute eine Jurte aus schönen Seiten.

Karla ging erst zum Gesangsunterricht(digital) und hatte anschließend Chorprobe über Zoom. Funktionierte dieses Mal.

Ich war über Stunden am PC, las ein wenig in Maja Lunde und beobachtete die Vögel. Ein braunes kleines Finkenvögelchen ist seit gestern zur Vogelhausclique dazu gestoßen.

Wildgans benannte gestern in ihrem Blogbeitrag den Blog von Ortheil.

Danke Wildgans für diesen Tipp!