Freitag mit Präventivmassnahmen

Auslöser des Gesprächs: ich warne Karla vor Gelenkschäden durch übermässiges Traing, Anna behauptet ich wüsste wovon ich spreche, denn sie hätte einen alten Trainingsplan von mir gelesen.

„Und wisst ihr was ich dann gemacht habe? Ich habe mich in Budapest in ein Lager gesetzt, habe mich fett gefressen und bin als die Zeit reif war als Mitfahrer im Trabbi nach Passau übergesetzt.“ War umsonst das Brachialtraining.“

Nein das ist keine Anspielung auf irgendwas. Meine Flucht war keine Flucht, sie war eine Übersiedlung.

Anna hatte mich heute morgen auf meinen Trainingsplan vom Mai 89 angesprochen. Sie muss ihn im Altpapier gefunden haben. Ja ich war jeden Tag viele Kilometer gejoggt, hatte Kraft, Ausdauer, Intervalltraining bis zum Exzess betrieben. Immer in der Natur des beschaulichen Großhennersdorf einem Ort in der Nähe von Bautzen.

Benötigt habe ich die aufgebaute Fitness in diesem Fall nicht. Ich bin nicht wie Andere über den Fluss geschwommen, über die Grenze gerannt, ich wählte die einfache Lösung.
Genau genommen, war das Mai 89 Training mein letztes wirkliches Training.

Mit 55 kg hatte ich Normalgewicht, war durchtrainiert, gesund. Ich hätte gut daran getan, diesen Zustand in gemäßigter Form zu halten.

„Und du sagst mir, ich solle nicht so hart trainieren?, fragt Karla.

Ich war als Jugendliche lange im Leistungssport gewesen. Unter Anleitung geht vieles besser. Eine Trainerin, die Frau C. sehr ähnlich war. Ihr verdankte ich, dass aus dem schwächlichen Kind, dass ständig wegen Atemwegsproblemen in der Klinik lag, eine Läuferin wurde.

Was mir derzeit fehlt, ist das in der Kommunikation nicht mehr Wert auf Präventivmaßnahmen gelegt wird. Positive Goals setzen. Nicht in Panik zu verfallen, sondern die Zeit zu nutzen, um aus sich das Beste herauszuholen. In Bewegung kommen, die Ernährung umstellen, das Immunsystem stärken. Die Beiträge für das Fitnessstudio bezahlen.

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