Montag mit Umdenken

Nieselregen. Was fressen Vögel bei Regen? Unser Vogelhaus ist deutlich weniger frequentiert.

Hab mich heute morgen ertappt wie undankbar ich manchmal bin, dass ich nicht sehen kann was ich habe.

Eine tolle Familie, eine superschöne Arbeit, ein Haus . Eine Krankenversicherung, eine Arbeitslosenversicherung, eine Rentenversicherung. Ich habe genug zu essen, ein Auto, ein Fahrrad, Bücher, einen Bibliotheksausweis.

Zwei Hunde und eine Katze inklusive.

Diese Coronazeit ist ermüdend-ja.

Und trotzdem:

Julius übt jetzt täglich über Stunden Cello, und Anna die ihr BWL Praktikum online macht, hat mit ihrer Gruppe ein richtig cooles Unternehmen auf die Beine gestellt.

Langsames Wochenende, in dem ich viel las. Doras Nachbar der hilfsbereite Nazi hat Dreck am Stecken und ist wegen Totschlag vorbestraft.

Sadie alleinerziehend mit zwei Kindern, arbeitet nachts um über Tag für die Kinder da sein zu können.

Wird sich der Bund mit neuen Regelungen durchsetzen?

Sonntag mit „Frische Brise blog“ und Tagebuchbloggen

Seit gestern lese ich wieder bei https://frische-brise.blogspot.com/Carola von Frische Brise mit.

Ich mag dieses Tagebuchbloggen sehr, weil es zeigt wie unterschiedlich und wie ähnlich der Alltag, besonders in Zeiten wie diesen, irgendwie ist. Und sie hat wirklich spannende Links eingefügt. Heute morgen machte ich den Test, der meine Fähigkeit Nachrichten in Medien einzuordnen, prüfte. Ich schnitt mit 21 von 30 Punkten wohl besser ab als der Durchschnitt, zufriedenstellend fand ich es trotzdem nicht.

Und sonst? Gestern hatte ich mir morgens einen Antigentest vom Discounter geholt. Ich bin erkältet, will auf Nummer sicher gehen. Der Test war negativ.

Meine Abgeschlagenheit musste einen anderen Grund haben. Ich beschloss einen Couchpotatotag einzulegen. Ich las, über Stunden. “ Über Menschen“ von Juli Zeh. Ganz schön grenzwertig das Buch. Fast beginne ich den Nachbarn von Dora der gestern noch das Wessel Lied in seinem Garten sang, sympathisch zu finden. Er ist so hilfsbereit und echt, aber Dora fragt sich zurecht: darf man die Hilfe von so einem annehmen?

Sie löst es, indem sie ihm ihre Meinung sagt und trotzdem in guter Nachbarschaft lebt.

Palmsonntag. Der Tag liegt vor mir, nahezu ohne Verpflichtungen. Nur das Mittagessen muss gekocht werden. Eigentlich sehe ich immer an Palmsonntag und die ganze Karwoche hindurch das Matthäusevangelium von Pasolini.

Beim Ostereier aufhängen bin ich pedantisch. Ostern fängt mit Ostersonntag an. Auch wenn sich das gesellschaftlich nicht durchsetzen konnte.

Außerdem hab ich gar keine Ostereier. Ostern muss ohne Deko stattfinden.

Freitag mit „Gutmensch“ Jeans

„Würdest du eine Jeans anziehen von einem Modelabel das „Gutmensch“ heißt? Fairtrade und so?“ Julius erwidert, wenn sie nicht so teuer sei und gut aussähe…

Anna meint, sie würde grundsätzlich keine Message in die Welt tragen. Karla sagt: Nein

„Himmel, Julius, ich hab dich doch nicht nach dem finanziellen Aspekt gefragt. Mir geht es um das Statement.“ Julius beharrt auf dem Preis -Leistungs Verhältnis.

Ich lese „Über Menschen“ von Juli Zeh. Die Protagonistin Dora, hat sich frisch von ihrem etwas militant grünen Freund getrennt, ist aufs Land gezogen und hat in ihrer Funktion als Werbetexterin den Mode-Labelnamen „Gutmensch“ erdacht.

Beim Nachhausekommen, jetzt auf dem Land, überrascht sie der Nachbar mit der Motorsäge. Er hilft ihr das Grundstück von Wildlingen zu befreien, während er den einen oder anderen rassistischen Witz reißt. Juli Zeh beginnt schon am Beginn die Klischees zu brechen, indem sie sie zunächst bedient.

Der Gatte hat die Anspielung mit dem Eichelhäher und der Stabilität im Vogelhaus im letzten Beitrag nicht verstanden. Vielleicht kennt er das blau rote Gefieder des Eichelhähers nicht. Das triumphierende Gesicht der Alice Weidel nach der Entschuldigung von Angela Merkel.

Dora sucht ihren Weg.

Lisa Kötter tritt aus der katholischen Kirche aus. Komme nicht umhin, dass sehr schade zu finden.

Donnerstag mit Biontech und Dorfnazi

Der Impftermin mit Biontech ist ergattert. Halte es für eine gute Idee, dass Frauen die die Pille nehmen, Astrazeneca vermeiden können.

Was für ein frauenverachtendes und blödsinniges Argument ist eigentlich dieses : die Pille sei noch viel schlimmer……

Die Sonne geht auf. Ein Eichelhäher sitzt in der Nähe des Fensterbrettes.

Er scheint eine Strategie zu entwickeln, wie auch er, der definitiv nicht ins Vogelhaus passt ohne dessen Stabilität zu gefährden, an das Futter kommen kann.

Stabilität ist nicht das was diese Zeit auszeichnet. Unruhige Zeiten. In “ Über Menschen” stellt sich der Nachbar gerade Dora vor: „Ich bin der Dorfnazi“, sagt er und Dora fühlt sich wie in einem Stereotyp gefangen. Ich weiss, dass Juli Zeh, diese Figur anders, weg vom Klischee entwickeln wird. Ich bin abwartend.